Erstellt am 09. Februar 2016, 11:23

von Günther Schwab

Wohnungen 2017 fertig. Am ehemaligen Loichtl-Areal am Hauptplatz 11 laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. In über einem Jahr ist die Fertigstellung der 25 Einheiten geplant.

So soll der fertige Bau für das „Betreute Wohnen“ aussehen. Fertigstellung ist für 2017 geplant.  |  NOEN, privat

Einige Probleme und Meinungsverschiedenheiten gab es beim Bauprojekt „Betreutes Wohnen“. Doch derzeit laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. Wie berichtet soll am Grundstück „Hauptplatz 11“ ein Bauprojekt mit 25 Wohnungen umgesetzt werden.

Die Fertigstellung des „Betreuten Wohnen“-Projekts ist für Sommer/Herbst 2017 geplant.. Im vergangenen Juni erfolgte der Spatenstich zur Errichtung des Bauprojekts. Unmittelbar danach begannen die umfangreichen „Rettungsgrabungen“ durch das Bundesdenkmalamt, da sich das Grundstück in der Innenstadt und somit auf einem historisch relevanten Boden befindet.

Im November 2015 wurden diese Arbeiten abgeschlossen und es begannen kurz darauf die Vorarbeiten zur Errichtung der Bodenplatte. Nach einer kurzen Winterpause wurden bereits die Bauarbeiten wieder aufgenommen.

Projekt stieß auf Widerstand

Zur Vorgeschichte: Mit dem Scheitern des Hotelprojekts vor mehreren Jahren war die Zukunft des Gebäudes „Hauptplatz 11“ (ehemaliges „Loichtl- Areal“) für längere Zeit ungeklärt. Vor etwa fünf Jahren zeichnete sich eine nachhaltige Verwertung des Areals ab. Die Gemeinnützige Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Alpenland wird nun in den nächsten eineinhalb Jahren ein „Betreutes Wohnen“- Projekt errichten.

Für 24 Wohnungseinheiten wurde bereits die Wohnbauförderungsbewilligung erteilt. Eine Wohnung ist im denkmalgeschützten Altbestand vorgesehen. Beim ursprünglichen Projekt, das im Gestaltungsbeirat des Landes NÖ positiv bewertet wurde, gab es Widerstände innerhalb der Bevölkerung der Römerstadt.

Bürgerinitiative und Unterschriftenaktion

Das führte zur Gründung einer Bürgerinitiative sowie zu einer Unterschriftenaktion, wo über 560 Bürger die Initiative mit ihrer Unterschrift unterstützten. „Die Alpenland hat viele Anregungen aus der Bürgerdiskussion – auch jene der Fassade – in die Neugestaltung einfließen lassen. Das äußere Erscheinungsbild des Objektes wurde dem ortsüblichen Altbestand teilweise angepasst“, so der Alpenland-Obmann Norbert Steiner.

Außerdem erklärt er zu den Arbeiten: „In Teilbereichen der Fassade (auf der Hauptplatzseite) wurde eine kraftschlüssige Verbindung zum Boden hergestellt. Zum Kreisverkehr hin wurde der schwebende Charakter beibehalten. Im Bereich der Florianigasse wurde die Gebäudehöhe an die des Nachbargebäudes angepasst.“

Kritik wollte nicht verstummen

Dennoch wollte die Kritik an der Fassadengestaltung seitens der Bürgerinitiative zunächst nicht verstummen. „Mit diesem geplanten Monsterbau wird das Stadtbild und auch die Wirkung des Schlosses im historischen Ensemble des Hauptplatzes nachhaltig zerstört werden“, so die Sprecherin der Bürgerinitiative, Brigitte Horvath, unmittelbar vor der Projektumsetzung. Der Spatenstich sei ein „schwarzer Tag“ für das Stadtbild sowie die demokratischen Rechtsnormen gewesen.

Bei den Abbrucharbeiten ist ein historisches Gewölbe beim denkmalgeschützten Altbestand zusammengebrochen. Dabei gingen nochmals die Wogen hoch und eine Wiederherstellung des Gewölbes wurde umgehend eingefordert. Dies wurde seitens des Bauträgers bereits zugesichert.

„Projekt trägt zur Belebung bei“

Im Erdgeschoss des neuen Gebäudes soll künftig das Tagesbetreuungszentrum der Volkshilfe untergebracht werden. „Das ‚Betreute Wohnen‘ ist für uns als Stadt durchaus sehr wichtig. Der Bedarf bei 6.000 Einwohnern ist gegeben und der Standort bietet sich dafür ideal an. Ich bin auf jeden Fall sehr zuversichtlich, dass dieses Projekt den Hauptplatz deutlich aufwerten und zur Belebung der Innenstadt beitragen wird“, so Bürgermeister Herbert Pfeffer (SP) in seiner Stellungnahme.