Erstellt am 03. Mai 2016, 01:24

von Hans Kopitz

"Wir alle sind Herzogenburg". Fünf Arbeitsgruppen der Stadterneuerung zogen Bilanz. Theresia Janisch bekam für Slogan einen Extra-Applaus.

Präsentation im Volksheim: Mar.kus Distelberger, Corinna Mayer, Theresia Janisch, Richard Waringer, Christoph Artner, Daniel Brüll, Notburga Schaupp, Peter Schwed, Franz Zwicker, Monika Heindl, Daniela Trauninger und Joee Erhart (von links).  |  NOEN, Hans Kopitz
Unter dem Motto „Was ist bisher geschehen - wie wird es weitergehen - wo kann man noch etwas hinzufügen?“ zog die Stadterneuerung Bilanz. SP-Bürgermeister Franz Zwicker und Monika Heindl von NÖ.Regional begrüßten rund 30 Vertreter aller fünf Themenbereiche sowie einige interessierte Gäste im Volksheim.

Turbulent waren der Anfang und das Ende der Veranstaltung. Gleich zu Beginn ging das sichtlich verärgerte Stadtoberhaupt auf den aktuellen „Falter“-Bericht ein (

). „Das Ganze nimmt langsam eigenartige Formen an, denn wir haben keinen Grund verschachert. Ich musste heute bereits 52 Anfragen an Medienvertreter beantworten, wir werden schauen, was dabei herauskommt. Ich habe alles klargestellt, denn es gibt viele falsche Darstellungen.“

Josef Sonnleitner ließ sich nicht bremsen

Bevor die Zukunftskonferenz ihre Pforten schloss, brachte Josef Sonnleitner, der als Gast gekommen war, seine Wünsche vor, bei dem es unter anderem auch um den „Ohrwaschlbrunnen“ ging. Monika Heindl und der Bürgermeister waren davon nicht begeistert, aber Sonnleitner ließ sich nicht bremsen, denn er fand, dass sich in Herzogenburg zu wenig abspielt, was Kultur anbelangt: „In Heiligenkreuz gibt es kulturelle Höhepunkte, ebenso jetzt in Walpersdorf, in St. Pölten blüht die Kultur - und bei uns gibt es keine hochwertige kulturelle Veranstaltung. Zwicker konterte: „Wir haben sehr wohl Konzerte mit hoher Qualität - man muss nur hingehen.“

Dazwischen präsentierten die Sprecher der fünf Themenbereiche ihre bisherigen Aktivitäten beziehungsweise Erfolge.

So berichtete SP-Stadtrat Richard Waringer, Sprecher des Themenbereichs „Generationen und Zusammenleben, Bildung und Freizeit“ vom Stadtvierteldialog und der Bewohnerversammlung in der Rosengasse, vom Besuch im Islamischen Kulturzentrum und vom „Rucksack-Projekt“ in den Kindergärten, wo Eltern mit ihren Kindern spielen und gemeinsam lernen. Bei diesem Projekt, das auf die Förderung der Muttersprachenkompetenz, auf die Förderung des Deutschen und der allgemeinen kindlichen Entwicklung zielt, soll das Bewusstsein der Eltern gestärkt werden, dass sie die Eigenverantwortung tragen, ihre Kinder schulreif zu bekommen.

Waringer: „Geplant sind eine interkulturelle Stillgruppe, Elternbildungsangebote und die Einführung von sogenannten Lese- und Spiel-Paten, wobei etwa Nachbarn den Kindern ehrenamtliche Lese- und Aufgabenhilfe anbieten.“

Revitalisierung des ehemaligen Kinos

Beim Themenbereich „Kunst und Kultur, lebendige Stadtgeschichte, touristische Angebote“ berichtete Joee Erhart von der Kinobegehung mit Bauamt und Projektgruppe, die Auslotung der Projektträgerschaft, die baurechtlichen Voraussetzungen und die Fördermöglichkeiten. Gesucht werden Investoren, die sich daran beteiligen.

Die Projektgruppe „Verkehr, Mobilität und Energie“, vorgestellt von Daniela Trauninger, Leiterin des Zentrums für Bauklimatik und Gebäudetechnik an der Kremser Donau-Universität, machte bis jetzt eine Bestandsaufnahme des bestehenden Radwegenetzes. Die Gruppe will, dass die Elektromobilität mit neuen Ladestationen für E-Autos attraktiver wird.

„Gefahrenpotenzial für Radfahrer“

Sie möchte keine Stadt der Autos, sondern eine Stadt der Menschen und daher soll beim geplanten Umbau des Schillerrings, dass der Rad- und Fußweg der wichtigste Teil der Straße wird und nicht - so wie jetzt - der untergeordnete. Außerdem wünscht sie sich eine neue Traisenbrücke beim Freizeitzentrum, denn die S-33-Unterführung berge ein großes Gefahrenpotenzial für Radfahrer.

Die Projektgruppe „Wirtschaft, Wertschöpfung, Innenstadt“, vorgestellt von Peter Schwed, will bereits diese Woche einen Hausbesitzer-Stammtisch organisieren - und die Projektgruppe „Grünraum“ - vorgestellt von Theresia Janisch - hat bereits die Grünpflegepatenschaft sowie das Herzogenburger Frühlingserwachen erfolgreich initiiert. Für ihren Slogan „Wir alle sind Herzogenburg“ bekam sie einen Riesenapplaus.

Zum Abschluss wünscht sich Markus Distelberger von der Projektgruppe „Naherholung“ naturnahe Erholungsräume und eine „Kostbare Runde“ mit kleinen Rastpunkten, Bänken und essbaren Pflanzen. Dazu würde sich das gemeindeeigene Grundstück zwischen Rottersdorfer Straße und südlichem Siedlungsgebiet eignen. „Hier soll jeder, der einen runden Geburtstag feiert, die Möglichkeit haben, einen Baum zu pflanzen, denn es gibt viele Gemeindebürger, die keinen eigenen Garten haben“, so Distelberger.