Hollabrunn

Erstellt am 15. Mai 2017, 08:46

von Sandra Frank

„Es geht darum, da zu sein“. Fünf Jahre gibt es die „jugendarbeit.07“ des Vereins „menschen.leben“ bereits in Hollabrunn. Um dieses Jubiläum zu feiern, wurden am Freitag die Pforten des Jugendtreffs „Spotlight“ geöffnet.

Am Vormittag nutzten Schulklassen die Möglichkeit, sich die Räume in der Josef Weisleinstraße anzusehen und sich über die Arbeit der Sozialarbeiter und über die Aktivitäten der Jugendlichen zu informieren. „Die Jugendlichen sollen bei uns so viele Freiräume wie möglich haben“, erzählt Einrichtungsleiter Mario David. Natürlich alles im gesetzlichen und pädagogischen Rahmen. Geraucht werden darf nur vor der Tür, von Jugendlichen über 16 Jahren. Alkohol gibt es keinen.

David führte aber nicht nur interessierte Jugendliche durchs „Spotlight“, sondern auch Politiker. Jugendlandesrat Karl Wilfing (VP) machte sich gemeinsam mit Bürgermeister Erwin Bernreiter (VP) und dem zuständigen Stadtrat Karl Riepl (VP) ein  Bild von der Entwicklung des Jugendtreffs. Oft hagelte es im Gemeinderat Kritik an der Einrichtung, sie sei – mit 50.000 Euro – einfach zu teuer.

"Liegen über dem Landesschnitt"

Das ist auch dem Landesrat nicht neu. „Alle, die das Konzept gemeinsam mit uns, dem Land NÖ, tragen, wollen es beibehalten. Ich kenn‘ keine Stadt, die aufhören möchte“, spricht Wilfing aus Erfahrung. Beinahe jede Bezirkshauptstadt in Niederösterreich, mit Ausnahme des Waldviertels, verfüge über solche Einrichtungen. „Die Jugendarbeit macht ja auch Sinn und wird von den Jugendlichen nachgefragt“, betont Wilfing. „Es ist immer auch eine Frage der Zielsetzung“, meint David zu den oft kritisierten Kontakten.

Es seien einfach zu wenige Jugendliche, die das Angebot in der Weisleinstraße auch nutzen würden, warf die Hollabrunner Polit-Opposition immer wieder ein. Der Einrichtungsleiter widerlegt das: „Wir liegen in Hollabrunn sogar über dem Landesschnitt.“ 1.282 Jugendliche nutzten „Spotlight“ im vergangenen Jahr, wie aus dem Abschlussbericht 2016 hervorgeht. Das Ziel der Jugendarbeit sei es aber nicht, pro Tag 150 Jugendliche zu empfangen. „Da bist du nur noch Security und nicht mehr Sozialarbeiter“, erzählt David aus seiner Erfahrung.

Die Mitarbeiter im „Spotlight“, alle ausgebildete Sozialarbeiter, sollen für die Jugendlichen da sein, etwas mit ihnen unternehmen, ein offenes Ohr haben und Lösungen aufzeigen. „Es geht darum, in schwierigen Situationen da zu sein, wenn man mit Freunden oder Eltern nicht reden möchte“, ergänzt Wilfing.

Was einer der schärfsten Kritiker des Projekts, Bürgerliste-Stadtrat Wolfgang Scharinger, nun dazu sagt und wer ihn zur Jubiläumsfeier der Jugendarbeit chauffierte, lesen Sie in Ihrer Hollabrunner NÖN.

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