Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:17

von Sandra Frank

Abschied von Auer: Der um die Dusche kämpfte. Josef Auer dankte nach 29 Jahren als Hollabrunner Bezirksstellenleiter der Arbeiterkammer ab. Martin Feigl trat nun offiziell in die Fußstapfen des 65-Jährigen.

Eine sportliche Torte für den pensionierten AK-Leiter (v.l.): AKNÖ-Direktor Helmuth Guth, Sekretärin Traude Schirmer, Neo-Pensionist Joe Auer, AKNÖ-Präsident Markus Wieser, AK-Leiter Martin Feigl und der »gute Geist« Doris Schweizer. Foto: Sandra Frank  |  NOEN, Sandra Frank

„Du bist eine Persönlichkeit, über die es sich lohnt, einige Worte zu verlieren“, sagte Helmuth Guth, Direktor der Arbeiterkammer NÖ, über Josef Auer, der vergangene Woche offiziell in seinen Ruhestand entlassen wurde.

„Es sind sehr große Fußstapfen, die
du deinem Nachfolger hinterlässt.“
Bezirkshauptmann Stefan Grusch
bei Josef Auers Abschiedsfeier

Ein „alter Fuchs“ sei er, wenn es ums Tarockieren gehe, versicherte Guth. Ein „Menschenkenner“, wenn es galt, die ehrlichen Anliegen der Menschen zu erkennen, beobachtete Bezirkshauptmann Stefan Grusch in den zehn Jahren, die er mit Auer zusammenarbeitete. „Du bist eine eigene Institution in Hollabrunn und im Bezirk.“

Legendär sei auch Auers Kampf um eine Dusche für die neue Bezirksstelle gewesen, plauderte Guth aus dem Nähkästchen.

Auers Talent, mit Menschen in Kontakt zu treten, spiegelte sich auch im Saal der Arbeiterkammer wider: Kollegen, Vertreter aus der Politik, der Schulgemeinschaft, Sozialpartner – sie alle waren gekommen, um „Joe“ zu verabschieden. „Die Leute sind nicht da, weil sie kommen müssen. Das spürt man“, bemerkte AKNÖ-Präsident Markus Wieser.

Nachfolger: „Rasch und unbürokratisch Hilfe leisten“

„Der Job hat mir natürlich Spaß gemacht, das ist wirklich wahr“, erzählte Auer. Jetzt bricht eine neue Ära an. Und zwar jene von Martin Feigl, der die Nachfolge des 65-jährigen Breitenwaidingers antritt.

Seinen Einstieg in die Berufswelt machte er als Elektroinstallateur, landete schließlich als Lokführer bei den ÖBB und wurde dort Personalvertreter. Als er seinen Kursleiter der Betriebsleiterakademie Nächte lang mit Diskussionen wachhielt, kam schließlich das Angebot, zur Arbeiterkammer zu wechseln.

„Rasch und unbürokratisch Hilfe zu leisten, das ist die Herausforderung, vor der wir stehen“, weiß Arbeitsrechtsexperte Feigl.

Ihm zur Seite stehen zwei Berater, ein „guter Geist“ sowie Sekretärin Traude Schirmer, die sogar schon einige Jahre länger in der Kammer tätig ist, als Joe Auer es war. Für ihre großartige Unterstützung überreichte Feigl ihr einen Blumenstrauß.

NÖN.at hatte vergangene Woche kurz berichtet:


 

Zitiert:

„Heute ist ein denkwürdiger Tag. Eine solche Verabschiedung ist nicht alltäglich.“
AKNÖ-Direktor Helmuth Guth. Auer war 29 Jahre Leiter des Hollabrunner AK-Büros und somit dienstältester Bezirksstellenleiter.

„Du hast mit allen reden können, hast die Kommunikation und den Kontakt gesucht.“
Helmuth Guth

„Joe ist ein alter Fuchs beim Tarockieren. Ständig hat er sich die Karten und Regeln erklären lassen, bis ihn keiner mehr ernst genommen hat. Und dann hat er haushoch gewonnen.“
Guth über Abende mit Josef Auer

„Legendär war auch dein Kampf um eine Dusche für die neue Bezirksstelle.“
Der AKNÖ-Direktor erinnert sich an eine weitere Episode mit Auer.

„Wenn wir jemanden brauchen, der sich bei einer Sitzung als Erster zu Wort meldete und über die Missstände poltert, dann rufen wir dich sofort zurück.“
Helmuth Guth

„Die bist mein Vorbild. Du bist im Regelpensionsalter, mit 65, gegangen. Nur jemand, der an seinem Beruf wirklich Freude hat, macht seine Sache gut. Du hast deine Sache hervorragend gut gemacht.“
Bezirkshauptmann Stefan Grusch

„Joe hat das Schicksal einer frühen Geburt und geht jetzt schon in Pension.“
AKNÖ-Präsident Markus Wieser erzählte, dass er ebenfalls seit fast drei Jahrzehnten für die Arbeiterkammer tätig ist.