Erstellt am 12. Februar 2016, 05:53

von Karin Widhalm

Acht Stellplätze für Wohnmobile. Wohnwägen parken manchmal beim Nationalpark-Haus, bald können sie sich dort selbst versorgen.

Der leicht abfallende Platz wird geebnet, damit die Wägen nicht schief stehen müssen (v.l.): Werner Ziegler, Wolfgang Riener und Christian Werner. Foto: Widhalm  |  NOEN, Widhalm

Falls sich jemand wundert, warum beim Haus des Nationalparks (NP) Thayatal gerade gebaggert wird: Nein, da wird kein Gebäude gebaut.

„Hoffen auf touristischen Impuls in der Region“

Werner Ziegler und Christian Werner sind gerade dabei, die erste Humus-Schicht abzutragen. Der Nationalpark möchte nämlich einen Stellplatz für Wohnmobile mitsamt nötiger Infrastruktur zur Verfügung stellen.

Diesen Plan hat Direktor Ludwig Schleritzko schon beim NP-Forum verkündet. Jetzt werden die milden Temperaturen ausgenutzt: Die Bauarbeiten begannen am vorigen Mittwoch.

„Eine Attraktion mehr“, ist Schleritzko überzeugt. „Wir hoffen, dass wir einen touristischen Impuls in der Region setzen können.“ Ihm ist aufgefallen, dass dann und wann ein Wohnwagen am Parkplatz stehen bleibt. „Wir wollen das jetzt in eine geregelte Bahn lenken“, erklärt der Direktor.

„Wohnmobil-Stellplatz wird Leute in die Region
bringen, die sonst nicht kommen würden.“
Wolfgang Riener

„Die Klientel ist relativ groß“, ergänzt Wolfgang Riener, der eine ganze Mappe mit Informationen über das Projekt dabeihat. Der Nationalpark-Mitarbeiter, der unter anderem auch für den Außenbereich des NP-Hauses zuständig ist, hat alle möglichen Websites für Wohnmobil-Reisende durchforstet. Besonders im Nachbarland Deutschland ist das Reisen mit Wohnmobil beliebt. „Sie verbringen so ihre ganze Freizeit.“

Schleritzko hofft, mit dem neuen Service eine neue Klientel anzusprechen. Riener glaub das auch: „Das bringt Leute in die Region, die sonst nicht kommen würden.“

Stellplatz wird passend zum Nationalpark grün

Der Nationalpark stellt acht Wohnmobil-Stellplätze zur Verfügung. Die Verwaltung hat die Entscheidung getroffen, die Fläche nicht zu asphaltieren. Der Schotterrasen und die Pflanzen, die nach der Fertigstellung eingesetzt werden, passen besser zum „Nationalpark-Gesicht“. „Das ist uns wichtig“, betont Riener. Die Ausflügler würden zudem das „Parken im Grünen“ bevorzugen.

Die Stromsäule in Verbindung mit einem Münzautomaten dient zu ihrer Versorgung, ebenso eine Wasserentnahmestelle. Die Begleitheizung sorgt dafür, dass die Leitung im Winter nicht einfriert. „Grauwasser“ vom Duschen und Abwaschen kann vor Ort entsorgt werden.

Liegt Schnee, dürften die Fahrzeuge beim stets geräumten oberen Parkplatz stehen bleiben. Eine zweite Stromsäule ist dort vorgesehen. Die Photovoltaik-Anlage wird ein wenig versetzt.

Das Projekt wird über Leader „Waldviertler Wohnviertel“ abgewickelt. Leader fördert mithilfe von EU-Geldern die ländliche Entwicklung. Die Stadtgemeinde Hardegg wechselte 2014 aus der Weinviertler in die Waldviertler Leader-Region. Das Gebiet rund um den Nationalpark Thayatal ist damit näher zusammengerückt.

Stellplätze für Reisemobile sind übrigens auch in Drosendorf und Karlstein geplant – und das wird gemeinsam mit dem Nationalpark abgewickelt. Das Projekt soll rechtzeitig zu Saisonbeginn fertig sein.