Update am 22. Juni 2016, 17:56

von Christoph Reiterer

Ärgernis wegen EM-Fahnen: Patriot zahlte Bußgeld. Dass ein Autofahrer zahlt, wenn er eine Fahne hat, erscheint unstrittig. Eher selten passiert das, wenn diese Fahne rot-weiß-rot ist.

 |  NOEN, Werner Müllner

25 Euro kostete einem Viendorfer ein Zwischenstopp in Stockerau. Nicht etwa, weil er vorschriftswidrig geparkt hatte, sondern weil er rot-weiß-rote Fahnen an seinem Pkw angebracht hatte. Ein Polizeibeamter hatte für diesen Ausdruck des Patriotismus wenig Verständnis.

„Er hat uns zwar aufgeklärt, dass dies nicht erlaubt ist, aber ich empfinde es als bodenlose Frechheit, brave Staatsbürger, die Patriotismus während der Fußball-EM zeigen wollen, zu strafen“, ärgerte sich der Viendorfer maßlos über den Vorfall am Freitag.

Fingerspitzengefühl der Beamten gefordert

Da half auch das „geteilte Leid“ nicht, denn ein Autofahrer vor ihm musste für das selbe Delikt ebenfalls 25 Euro berappen. Dieser sei ebenfalls stinksauer gewesen.

Hollabrunns Postenkommandant Wolfgang Strobl hatte bislang kein Auge auf derartige Vergehen. „Die Euphorie wird ja demnächst vorbei sein – vielleicht schon am Mittwoch“, schmunzelte er auf NÖN-Anfrage.

Die Entscheidung, ob abgemahnt oder gestraft wird, obliege jedenfalls dem einzelnen Beamten. Eine generelle Richtlinie auszugeben, sei ebenfalls schwierig, denn: „Die Leute sind bei solchen Sachen sehr erfinderisch.“ Die Beurteilung müsse vor Ort verfolgen.

In die selbe Kerbe schlägt auch Korneuburgs stellvertretender Bezirkspolizeichef Alois Schnaitt. Bei so geringfügigen Delikten müsse der jeweilige Beamte entscheiden, ob man es bei einer Ermahnung belassen könne.

Umfrage beendet

  • EM: Fahnen am Auto zu viel des Guten?