Hollabrunn

Erstellt am 17. Mai 2017, 03:52

von Christoph Reiterer

Hollabrunn: Väterchen Frost hat gewütet. Vergangene Woche hat es auch den Bezirk Hollabrunn erwischt: In der Nacht auf Mittwoch (9./10. Mai) fielen die Temperaturen auf bis zu -4 Grad Celsius.

Geschädigte Frühkartoffeln imBezirk. Insgesamt hält sich das Übel in Grenzen.  |  BBK

Die niedrigsten Messwerte bei den Wetterstationen in den Weinbaurieden gab es in Peigarten (-2,9°C), Mailberg (-2,6°C) und Kleinhöflein (-2,5°C). „Unserer Einschätzung nach wurden im Bezirk dadurch etwa ein Drittel der Weingärten geschädigt. Dabei reicht die Bandbreite von wenigen abgefrorenen Trieben bis hin zu Totalschäden in einzelnen Anlagen“, berichtet Gerald Patschka, Sekretär der Bezirksbauernkammer in Hollabrunn.

„Auswirkungen auf den Weinmarkt in Grenzen“

Zahlreiche Winzer waren bemüht, durch Räuchern Schlimmeres zu verhindern. So wurden in den frühen Morgenstunden zahlreiche Strohballen entzündet, um durch die Rauchentwicklung eine zu rasche Erwärmung durch die Sonneneinstrahlung zu vermeiden. In diesem Zusammenhang ersucht auch die Kammer um Verständnis, falls es zu Beeinträchtigungen gekommen sein sollte.

„Insgesamt dürften sich aus heutiger Sicht die Auswirkungen dieser Frostnacht auf den Weinmarkt in Grenzen halten“, meint Patschka. Dramatischer sei die Situation aber bei einigen Obstarten. Im Bezirk schlimm erwischt habe es die Marillen, wo einige Landwirte von Totalausfällen berichten. Auch das Beerenobst wurde stark in Mitleidenschaft gezogen.

Bei den Ackerkulturen gab es mit Ausnahme von Frühkartoffeln und einigen Rapsflächen (abgefrorene Blüten) praktisch keine Schäden. „Viele Landwirte haben aufgrund der unsicheren Wetterlage – auch wegen des Zusammenfallens von Vollmond und „Eismännern“ – mit dem Anbau von frostgefährdeten Kulturen, wie zum Beispiel Ölkürbis und Sojabohne, zugewartet“, weiß Kammerobmann Friedrich Schechtner.