Hollabrunn

Erstellt am 31. Dezember 2017, 13:27

von Christoph Reiterer

Tschechien hält an AKW-Ausbau fest. Nur 32 Kilometer von der Staatsgrenze und somit vom Bezirk Hollabrunn entfernt befindet sich das dienstälteste tschechische Atomkraftwerk Dukovany.

APA/ANDREAS TROESCHER

Unbeeindruckt von den Protesten auf österreichischer Seite hat Tschechien vor, den mehr als 30 Jahre alten Meiler auszubauen. Tschechiens neues Kabinett unter Premier Andrej Babis hält, wie der NÖ Wirtschaftspressedienst berichtet, an den Plänen der Vorgängerregierung fest, in Dukovany zusätzliche Reaktorblöcke zu erreichten und damit den Anteil der Kernenergie am Strom-Mix (aktuell 35 %) zu steigern.

Das AKW Dukovany, das mit Druckwasserreaktoren russischer Bauart arbeitet, kann ein Fünftel des tschechischen Stromverbrauchs decken. Die Betriebserlaubnis für die Blöcke 3 und 4 der Nuklearanlage wurde erst kürzlich von der tschechischen Strahlenschutzbehörde SJUB auf unbestimmte Zeit verlängert.

Die Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich und Wien haben indes einen Schulterschluss gegen den geplanten AKW-Ausbau im Nachbarland angekündigt. Nukleartechnologie als hochriskante Form der Energiegewinnung werde klar abgelehnt. Auch Tschechien solle auf den Ausbau erneuerbarer Energie setzen. Das tschechische Umweltministerium hat der Republik Österreich die entsprechende Umweltverträglichkeitserklärung für das Vorhaben übermittelt. Bis 15. Jänner können nun schriftliche Stellungnahmen im Verfahren abgegeben werden.