Erstellt am 30. Dezember 2015, 11:53

von Sandra Frank

Alk-Eskapade endete mit Flasche am Kopf. Eine 38-Jährige, für die zehn Bier am Tag ein Klacks sind, fasste wegen Körperverletzung ihre zweite Verurteilung aus.

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„Normalerweise lache ich ja nicht. Aber da ...“, konnte Richter Erhard Neubauer nur den Kopf schütteln, als er eine Körperverletzung verhandelte. Eine 38-Jährige hatte einem 57-Jährigen mit einer Flasche ins Gesicht geschlagen.

10 Flaschen Bier getrunken: „Es war eine Rauschpartie“

„Es war eine Rauschpartie“, sagt die Frau im Zeugenstand. Sie habe an dem Tag etwa zehn Flaschen Bier getrunken. „Ist das viel? Oder ist das ihr normaler Spiegel?“, fragte Neubauer.

„Ja, das ist mein normaler Spiegel ... es können manchmal aber auch nur fünf sein“, sagt die Angeklagte lachend. „Mehr aber auch?“, wollte es der Richter genau wissen. „Ja, klar.“

An besagtem Abend im Oktober bekam die Angeklagte Besuch von vier Männern. Zuerst kam ihr Ex-Schwager mit zwei Bekannten, die ihren eigenen Alkohol mitbrachten, den die 38-Jährige nicht getrunken habe, wie sie betont.

„Dann habe ich ihm eine mit der Wodkaflasche gewichst“

Das 57-jährige Opfer stieß ebenfalls dazu. Es wurde im Laufe des Gesprächs beschuldigt, der Kinderschänder zu sein, von dem angeblich in Retz gesprochen wurde. Es kam zum Streit. „Und dann habe ich ihm eine mit der Wodkaflasche gewichst“, sagt die Angeklagte.

„Ja, der Alkohol floss dort in Strömen“, bestätigt der 57-Jährige. Auch von dem Opfer wollte Neubauer wissen, wie es an diesem Tag um den Alkoholkonsum der Angeklagten stand. „Der war durchschnittlich. Ein Kübel halt ...“, schätzt der Zeuge. Es sei zum Streit gekommen, bei dem er die Flasche ins Gesicht bekommen habe.

„Sie hat sich aber entschuldigt“, war die Sache zwischen den beiden rasch geklärt. Doch da der 57-Jährige mit einem blauen Auge und einer geschwollenen Gesichtshälfte ins Krankenhaus fuhr, wurde Anzeige erstattet. Schmerzengeld wolle er keines, „sie hat sich ja entschuldigt“, betont er erneut.

Und weil das Opfer diese Entschuldigung annahm, „hab’ ich mir gedacht, ich bekomm’ einen Freispruch“, sagt die 38-Jährige, die sich zuvor schuldig bekannt hatte. „Wie soll denn das gehen?“, schüttelt der Richter den Kopf. Vier Monate, bedingt auf drei Jahre, fasst die Frau schließlich aus. „Beim nächsten Mal gehen Sie sitzen, das ist jetzt ihre zweite Verurteilung!“