Erstellt am 20. Januar 2016, 00:48

von Sandra Frank

Alles neu beim Neujahrsempfang. Bürgermeister Herbert Leeb lud am Wochenende zum traditionellen Neujahrsempfang.

Bürgermeister Herbert Leeb (l.) und sein Vize Friedrich Kamptner (r.) ehrten ehemalige Mandatare (v.l.): Alois Widhalm, Franz Dick und Gerhard Semmelmeyer. Foto: Sandra Frank  |  NOEN, Sandra Frank
Was sich im vergangenen Jahr in der Gemeinde ereignet hat und was heuer auf dem Programm steht, darüber informierte Bürgermeister Herbert Leeb beim traditionellen Neujahrsempfang der Marktgemeinde Grabern.

Neu war heuer vieles, zuallererst der Veranstaltungsort: Der Empfang fand nicht wie gewohnt im Gemeindeamt statt, sondern im nagelneuen Musikerheim. „Im September ist der Musikverein eingezogen“, berichtet Leeb über die Fertigstellung des Gebäudes. Zwei Jahre habe es gedauert, bis die neue Herberge des Musikvereins fertiggestellt war.

„Manche werden sagen: Das ist eine lange Bauzeit“, weiß der Gemeindechef, der den Grund für die Verzögerung anführt: Nach einem halben Jahr Bauzeit, „als gerade die Bodenplatte fertig war“, wurde der Bau gestoppt.

Denn der Gemeinde wurde klar, dass sie Raum für Nachmittagsbetreuung der Volksschulkinder braucht. Der Dachboden des Musikerheims bot sich an. Also wurde umgeplant, die Nachmittagsbetreuung integriert. Über dem Probenraum der Musiker befindet sich nun ein 120 Quadratmeter großer Gruppenraum für die Kinder.

„Bauen ist eine gewisse Stärke in Grabern“, schmunzelt Leeb, als er daran denkt, dass zeitweise drei Kräne gleichzeitig in seiner Gemeinde im Einsatz waren. Junges Wohnen mit acht Wohnungen wurde im vergangenen Jahr begonnen und soll mit Ende des Jahres fertiggestellt werden. Reihenhäuser und ein weiterer Wohnblock entstehen ebenfalls.

„Die, die mich kennen, wissen, dass ich für die Jugend sehr viel übrig habe“, sprach Leeb die Jungbürgerfeier an, die im Zuge des Neujahrsempfangs über die Bühne ging.

Leeb holte Jugendliche vor den Vorhang

Die volljährigen Jugendlichen der Marktgemeinde erhalten eine Urkunde, mit der sie in den Kreis der aktiven und verantwortungsbewussten Bürger aufgenommen werden. Außerdem gibt’s einen Gutschein, der in der Gemeinde eingelöst werden kann. Warum dem Bürgermeister die Jugend so wichtig ist? „Sie prägt uns und ist extrem wichtig.“ Außerdem könne die Gemeinde stolz auf ihre Jugendlichen sein. Sie veranstalten jährlich selbstständig den Kirtag und organisieren am 24. Dezember einen Kindergarten, „um die Eltern zu entlasten, wenn das Christkind kommt“, weiß der Bürgermeister.

Aber nicht nur die Jugend wurde vor den Vorhang geholt: Als Leeb das vergangene Jahr 2015 Revue passieren ließ, sprach er über die Erfolge seiner ÖVP bei den Gemeinderatswahlen. „Das Ergebnis war eine Bestätigung der letzten zehn Jahre für mich und mein Team.“ Doch in diesem Team, wie im gesamten Gemeinderat, fand ein Generationenwechsel statt. Und den Mandataren, die ausgeschieden sind, wurde beim Neujahrsempfang gedankt.

Die Silberne Medaille der Marktgemeinde Grabern gab’s für Gerhard Semmelmeyer, den Leeb als „Bürgermeister-Macher“ bezeichnete. „Ich hatte damals keine Ahnung von Politik“, erinnert sich das Grabern-Oberhaupt lachend an die Listenerstellung 2005. Semmelmeyer tauschte mit Leeb den Listenplatz, die Vorzugsstimmen taten ihr Übriges und Leeb wurde Bürgermeister. Mit Alois Widhalm wurde „die graue Eminenz von Windpassing“ ebenfalls geehrt. Franz Dick, „der mich nach der Wahl mit Insiderwissen versorgt hat“, erhielt ebenfalls eine Auszeichnung.

Leeb thematisierte außerdem den Schuldenstand der Gemeinde – im fünfstelligen Bereich, klammert man den Kanalbau aus  –, sprach über die Wichtigkeit der Freiwilligen Feuerwehren und stellte künftige Projekte vor. Ein Projekt, das bereits beim Neujahrsempfang präsentiert werden konnte, war die digitale Chronik der Gemeinde Grabern. Die Idee dazu hatten Manuel Köllner und Bernhard Zeller.

Es ist eine Chronik, die sich immer weiter entwickeln soll und generationsübergreifend ist. Wie das konkret aussieht, sah das Publikum in einem kurzen Trailer und einem Beitrag, in dem die 95-jährige Helene Koy aus Obersteinabrunn über das erste Auto ihrer Familie erzählt. Mehr davon ist auf grabernergeschichten.at zu sehen.

Bevor der Bürgermeister den offiziellen Teil beendete, der musikalisch vom Leobendorfer Viergesang unterstütz wurde, wurde er selbst geehrt. „Im Oktober 2015 hat das elfte Jahr Bürgermeister Leeb begonnen“, leitete Vizebürgermeister Friedrich Kamptner den letzten Programmpunkt ein. Er überreicht Leeb das Ehrenzeichen in Gold der Marktgemeinde. „Ich weiß nicht, ob sie das nur machen,weil sie mich loswerden wollen“, schwerzte der Bürgermeister, der zuvor die ausgeschiedenen Mandatare gewürdigt hatte.

NÖN.at hatte am Montag bereits kurz berichtet:

Der Empfang ist zwar traditionell, der Veranstaltungsort ist nagelneu: Im Musikerheim, das im Herbst 2015 fertiggestellt wurde, präsentierte das Gemeindeoberhaupt neue Projekte in seiner Gemeinde, ehrte ausgeschiedene Funktionäre, holte die Jugend vor den Vorhang, sprach über die gute finanzielle Situation Graberns und ließ seinen Unmut über die beiden Einsprüche zur Erweiterung der Weinviertler Schnellstraße S 3  durchblicken.

Am Ende der Veranstaltung präsentierten Manuel Köllner und Bernhard Zeller die neue digitale Chronik der Marktgemeinde. Ein junges, spritziges Projekt, in dem die Bürger die Gemeinde an ihren Erinnerungen teilhaben lassen. Etwa an den ersten Autokauf der Familie. Ausführliches zum Neujahrsempfang in Grabern lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Hollabrunner NÖN.