Erstellt am 02. Mai 2016, 15:14

von NÖN Redaktion

AMS-Chef relativiert erfreuliche Zahlen. Dem saisonalen Rückgang der Arbeitslosenzahlen in den ersten Monaten des Jahres folgte im Bezirk Hollabrunn im April erstmals seit drei Jahren ein Minus im Vorjahresvergleich.

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1.405 Arbeitslose sind um 20 (1,4%) weniger als im April 2015. „Unter Berücksichtigung von weniger Schulungen sind es sogar um 2,1 Prozent weniger Arbeitslose als im Vorjahr“, erklärt Hollabrunns AMS-Geschäftsstellenleiter Josef Mukstadt. Zum Vergleich: Niederösterreichweit gab es im April ein Arbeitslosenplus von 1,9 Prozent.

Dennoch hält sich auch in Hollabrunn der Optimismus der Arbeitsmarktexperten in Grenzen. Es gebe eine spürbare Verfestigung der Arbeitslosigkeit. Vor allem die ältere Generation und Arbeitsuchende ohne Berufsausbildung sind betroffen. Fast jeder Vierte ist länger als ein Jahr auf Jobsuche.

"Plus wird sich verkleinern"

„Das noch vorhandene Beschäftigungsplus wird sich im Laufe des Jahres verkleinern“, prognostiziert Mukstadt. Damit werde es für Menschen mit schlechter Ausbildung oder anderen Handicaps noch schwieriger, am Arbeitsmarkt zu reüssieren.

Ein Lichtblick sei die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit: 179 Jobsuchende im Alter bis 25 Jahre sind um 8,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Mukstadt sieht die Gründe dafür in den Ausbildungs- und Beschäftigungsprogrammen, aber auch in geburtenschwächeren Jahrgängen und spricht von einer nachhaltigen Trendwende: „Am Lehrstellenmarkt kommen sich Nachfrage und Angebot näher.“ Die Interessen und die Eignung der Jugend würden jedoch nicht immer dem Anforderungsprofil von Lehrberufen entsprechen.