Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:32

von Christoph Reiterer

Nach Wirbel um Lagerhaus-Areal: Wohnungen an anderem Ort?. Verkauf von „Schandfleck“ laut Martin Mitterhauser immer noch nicht über die Bühne. Bausperre ist aufrecht. Bürgermeister prüft andere Optionen.

Das ehemalige Getreidelager bezeichnet Martin Mitterhauser als Schandfleck. Er ist nicht abgeneigt, hier ein Wohnprojekt zu starten. Das sollte jedoch im Einvernehmen mit der Gemeinde geschehen. Foto: NÖN  |  NOEN, NÖN

Bereits im Frühjahr hatte der Verkauf des Lagerhaus-Areals in Breitenwaida für Turbulenzen gesorgt.

Der damalige Stadtrat Martin Mitterhauser hatte gemeinsam mit einem zweiten Landwirt das beste Angebot abgegeben. Ihm wurde daraufhin vorgeworfen, seine Funktion als ÖVP-Politiker ausgenutzt und gewusst zu haben, wie hoch er bieten musste.

Mitterhauser trat zurück (die NÖN berichtete, siehe ganz unten) und sieht es nach einer Prüfung der Staatsanwaltschaft als erwiesen an, stets korrekt gehandelt zu haben. Der Verkaufsdeal ist aber immer noch nicht über die Bühne gegangen.

Gerüchte um Ortsvorsteher Fischer

Aufgrund der von Bürgermeister Erwin Bernreiter verhängten Bausperre ist es derzeit ohnehin nicht möglich, auf dem Areal des früheren Getreidelagers ein (Wohn-)Projekt zu starten.

Gemunkelt wird, dass das Ortsvorsteher Andreas Fischer auch nie zulassen würde, solange Mitterhauser seine Finger im Spiel hat.

Fischer hatte nämlich selbst vor dem Bieterverfahren große Anstrengungen unternommen, ein Wohnbauprojekt mit der Waldviertler Siedlungsgenossenschaft ins Laufen zu bringen. Das war mit dem Zuschlag für Mitterhauser jedoch hinfällig. Fischer will sich zu dem Thema nicht mehr öffentlich äußern.

Mitterhauser: „Wollen ein Miteinander“

Mitterhauser gibt sich indes gelassen, wundert sich aber, dass in der Angelegenheit völliges Stillschweigen herrscht. „Ob man den Schandfleck in Breitenwaida lassen will? Wir wollen ein Miteinander und da sind wirklich junge Leute, die hier gerne bauen würden“, sagt Mitterhauser. Aber: „Wenn‘s nix wird, wird es nix. Der Vertrag ist nicht unterschrieben.“

„Irgendwann muss es eine Entscheidung geben“, räumt der Bürgermeister ein und betont: „Mein Ziel ist es, Junges Wohnen in Breitenwaida zu etablieren.“ Das wolle er vorantreiben. Der Weg dorthin sei im Prinzip egal. Somit sei also auch ein „Mitterhauser-Projekt“ am Lagerhaus-Gelände denkbar. Und damit natürlich die Aufhebung der Bausperre.

Eilig hat es der Stadtchef trotzdem nicht, mit den Bestbietern für das Areal in Kontakt zu treten. Stattdessen werden gerade zwei andere Optionen geprüft – zwei Grundstücke, die ebenfalls für Junges Wohnen geeignet wären.

NÖN.at hatte berichtet: