Auggenthal

Erstellt am 19. Oktober 2016, 04:55

von Franz Enzmann

Treibjagd: Jäger im Gesicht verletzt!. Jagdleiter erlitt durch einen „Gellerschuss“ Verwundungen im Gesicht und an der Brust. Polizeibeamte ermitteln wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Durch einen Querschläger wurde Auggenthaler Jagdleiter im Gesicht und an der Brust verletzt. Symbolfoto: Erwin Wodicka  |  Erwin Wodicka

Die örtliche Jagdgesellschaft hielt sich am vergangenen Samstag in Auggen-thal auf. Dabei kam es zu einem folgenschweren Zwischenfall.

„Der letzte Jagdunfall in Haugsdorf liegt Jahre zurück“

Eine 49-jährige gebürtige deutsche Angestellte aus Auggenthal zielte mit ihrer Schrottflinte auf einen auffliegenden Fasan. Zum Zeitpunkt der Schussabgabe stand der örtliche Jagdleiter rund 50 Meter entfernt und wurde von zwei bis drei Schrotkörnern getroffen. Der 56-jährige Landwirt erlitt Schussverletzungen an der Unterlippe und an der linken Brustseite.

Zum Unfallhergang befragt, zeigte sich der Waidmann wortkarg und beendete nach einem kurzen „kein Kommentar“ das Telefonat grußlos. Gesprächiger zeigt sich Bezirksjägermeister Karl Wittmann, der zu dem Jagdunfall meinte: „Es war ein bedauerlicher Zwischenfall.“ Er erinnert sich: „Der letzte Jagdunfall im Gemeindegebiet von Haugsdorf liegt schon Jahre zurück. Auch damals wurde ein Teilnehmer einer Treibjagd durch einen ‚Gellerschuss‘ am Oberschenkel verletzt.“

Metallsteher in den Weingärten sorgen für Querschläge

Der oberste Waidmann warnt seine Jagdkameraden: „Durch die vielen Metallsteher in den Weingärten ist dort die Treibjagd sehr gefährlich, da es leicht zu Querschlägern kommen kann.“ Zum sogenannten „Gellerschuss“ befragt, erklärt Wittmann: „Dabei prallen die abgefeuerten Schrotkörner gegen einen solchen Steher und schwirren dann unkontrolliert durch die Gegend.“

Die bisherigen Ermittlungen der Polizeiinspektion Haugsdorf am Tatort lassen den Schluss zu, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Querschläger gehandelt habe. Die polizeilichen Einvernahmen der Zeugen und der Jägerin ergaben bisher keinen Hinweis auf einen „direkten Treffer“. Es wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

Alle an der Treibjagd beteiligten Personen trugen Warnwesten und konnten gültige Jagdkarten vorweisen, auch die Unglücksschützin. Die Rettungskräfte und der Notarzt versorgten den verletzten Jagdleiter und lieferten ihn ins Landeskrankenhaus Horn ein. Nach einem eintägigen Aufenthalt konnte der 56-Jährige die Klinik verlassen.

Die Jagdveranstaltung wurde nach dem Unfall abgebrochen. Der Sachverhalt wird nach Abschluss der Ermittlung der Staatsanwaltschaft Korneuburg übermittelt.