Retz

Erstellt am 05. Juli 2017, 02:49

von Karin Widhalm

Der Wert der Nahversorgung. Marlene Leichtfried und Andreas Nader spürten Greißler auf – und räumten ihnen Platz in einem früheren Geschäft ein.

Andreas Nader (l.) und Marlene Leichtfried (r.) sprachen für ihr Ausstellungsprojekt auch mit Leopold Hörmann.  |  Widhalm

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„Wird ein neues Geschäft eröffnet?“ Die Frage war nicht selten zu hören, während Marlene Leichtfried und Andreas Nader ihre Vorbereitung für die Ausstellung „Geschäftszeiten“ trafen. Das alte Schild „Neu-Übernahme“ am Schaufenster des früheren Piassoni-Geschäfts trug dazu bei. Die Verwirrung war beabsichtigt.

Der erste Eindruck soll Neugierige über die Schwelle führen, wo sie einem Wandel nachspüren können – passend zum Viertelfestival-Motto „Metamorphose“. Die Künstler beschäftigten sich mit dem Verfall des früheren Wirtschaftslebens. Sie zeigen Fotos der letzten kleinen Geschäfte, Zitate der Greißler sowie Waren, die keinen Käufer gefunden haben. „Uns tut es jedes Mal leid, wenn ein Geschäft zusperrt“, erklärt Leichtfried.

Nostalgisch kommt die Ausstellung daher, ohne mit dem Finger auf Schuldige zu zeigen, und doch ist ein Funken Hoffnung spürbar. Die Projektleiter trafen auf innovative Kaufleute, die neben der Tankstelle eine Vinothek (Alberndorf) führen und fotografierten Container, die zu Selbstbedienungsläden umfunktioniert wurden.

Das Paar will das Projekt weiterführen: Vielleicht entsteht als Endergebnis ein Buch.

Wer alte Fotos früherer oder bestehender Geschäfte hat, kann diese gerne Marlene Leichtfried und Andreas Nader übermitteln.

Die Ausstellung läuft bis Sonntag (Kremser Straße 16). Kontakt: post@geschäftszeiten.at