Erstellt am 16. Februar 2016, 12:33

von Karin Widhalm

Bankräuber setzt Pfefferspray ein. Die Raika-Filiale in Seefeld wurde am Dienstagvormittag überfallen. Der Ganove sprühte der Kassiererin mit einem Pfefferspray in die Augen und floh mit dem Geld.

 |  NOEN, LPD NÖ
„Was?“ Ein Raika-Kunde kann es am frühen Dienstagnachmittag nicht fassen. Franz Seidl, Geschäftsführer der Raiffeisenkasse Hadres-Seefeld, informiert ihn gerade: Die Filiale hat eigentlich geschlossen, ein Überfall geschah erst vor zwei Stunden.

Der Bankräuber dürfte um 10.47 Uhr die Zweigstelle betreten haben. Er habe die Kassiererin mit einer Faustfeuerwaffe bedroht und nach Geld verlangt. Die Mitarbeiterin hätte ein Plastiksackerl gefüllt, während ihr Kollege von seinem Büro aus den Alarmknopf drückte – und nach vorn zum Kassabereich ging. Der Dieb setzte indes seinen Pfefferspray ein und zielte ins Gesicht der Kassiererin. Die anderen Mitarbeiter haben sich rechtzeitig wegdrehen können.

Zweigstelle wurde zuletzt 2010 beraubt

Die Szene, die Seidl der NÖN schildert, spielte sich innerhalb von Minuten ab. Die Kassiererin wurde von einem Arzt versorgt. Ihr gehe es den Umständen entsprechend. Der Raika-Direktor ist froh, dass niemand schlimm verletzt wurde. „Gottseidank“, sagt er. „Den Geldschaden wissen wir noch nicht.“ Die Kassaabrechnung wird im Laufe des Nachmittags vorgenommen, dann wird die gestohlene Summe der Versicherung mitgeteilt.

Die Polizei leitete eine Fahndung ein, während Ermittler und die Spurensicherung den Tatort untersuchte. „Die Polizisten nahmen alles genau auf und arbeiteten professionell“, lobt Seidl. Die Ermittlungen laufen noch. Bürgermeister Georg Jungmayer, der kurz nach dem Überfall vor Ort war, hofft, „dass der Bandit bald geschnappt wird“.

Die Zweigstelle wurde zuletzt 2010 beraubt: Der Bankomat wurde aus dem Foyer transportiert. Die Schleifspuren sind noch immer auf den Bodenfliesen zu sehen. Raika-Mitarbeiter können sich zudem an einem Überfall der Obritzer Filiale in den 1980er Jahren erinnern.

Die Zweigstelle in Seefeld soll morgen Mittwoch wie gewohnt geöffnet werden. Nur andere Mitarbeiter werden die Kunden betreuen.

 Der 30 bis 40 Jahre alte Mann, 1,70 bis 175 Meter groß, war laut Polizei von sportlicher Statur. Er trug eine schwarze Kapuzenjacke und eine schwarze Hose, weiße Sportschuhe, eine schwarze Schirmkappe sowie eine schwarze Brille und sprach Deutsch "mit erkennbarem Akzent". Hinweise werden an das Landeskriminalamt Niederösterreich unter der Telefonnummer 059133-303333 erbeten.

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