Erstellt am 31. März 2016, 04:54

von Christian Pfeiffer

Beratung boomt wieder. Der unbeschwerte Trip scheint bald der Vergangenheit anzugehören; wie reagieren die Hollabrunner in Zeiten des Terrors?

Die Lust auf Kreuzfahrten ist ungebrochen. Foto: C&O Travel  |  NOEN, C&O Travel
Vor Kurzem haben Attentate die belgische Hauptstadt Brüssel getroffen, Istanbul wurde bereits wiederholt zum Anschlagsziel, doch dieser Serie zum Trotz reißt die Lust auf Städtetourismus nicht ab.

„Der Städtetourismus als kurze Auszeit vom Alltag ist nach wie vor im Trend“, bestätigt Elisabeth Gessl von Raiffeisen Reisen Hollabrunn, wenngleich sie einschränkt, dass die Ziele Schwankungen unterliegen.

„Trend nach Urlaub in Österreich ist bemerkbar“

Aber, so pflichtet ihr Eveline Zahradnik (Columbus Reisen) bei, „eine Städtereise in Europa zählt nach wie vor zu den beliebtesten Reiseformen“. Aktuell besonders gefragt sind Spaniens Valencia und Barcelona sowie die nördlichen Städte Hamburg, Stockholm und Kopenhagen.

Oft führen Bedrohungen von außen ja auch zu einer Gegenbewegung, nämlich dazu, sich mehr auf das Eigene zu besinnen, sodass möglicherweise ein Trend zu mehr Urlaub im eigenen Land zu beobachten wäre.

Doris Gruber-Schneider vom Reisebüro Schneider kann dies in ihren Filialen in Pulkau und Hollabrunn allerdings ebenso wenig feststellen wie Zahradnik: „Die Zahlen bewegen sich auf dem gleichen Niveau wie in den letzten Jahren.“ „Ja, der Trend nach Urlaub in Österreich ist bei Beratungen bemerkbar“, sagt hingegen Elisabeth Gessl.

Mit dem Stichwort „Beratung“ spricht Gessl einen Punkt an, der wieder an Wichtigkeit zugenommen hat. „Die Kunden wollen verstärkt beraten werden“, wie Doris Gruber-Schneider betont. Für Eveline Zahradnik ist der Grund dafür eindeutig: „Die Beratung im Reisebüro ist vor, während und nach der Krise die einzige Konstante, auf die sich die Klienten verlassen können.“

Tunesien, Ägypten und die Türkei als Verlierer

Der Kunde suche die Sicherheit, um die wichtige Zeit der Regeneration auch genießen zu können, bringt es Gessl auf den Punkt. „Manchmal kommt ein Kunde wieder, nachdem er online unangenehme Erfahrungen erlebt hat“, berichtet sie von ihren Erfahrungen aus der Praxis.

Wenig überraschend sind Tunesien, Ägypten und die Türkei die Reise-Verlierer dieses Jahr. Zahradnik bedauert dies, da es „wunderbare Länder mit einer sehr guten touristischen Infrastruktur sind. Aber die politische Problematik und die Anschlagsserien wirken sich leider vermehrt auf alle Regionen des jeweiligen Landes aus.“

Spanien ist bei den europäischen Destinationen der klare Profiteur, sowohl das Festland als auch die Balearen und Kanaren, gefolgt von Zielen in Italien und Kroatien, die mit dem Auto leicht erreichbar sind. Eines der beliebtesten Fernreiseziele der Hollabrunner sind nach wie vor die USA. Einen regelrechten Boom beobachtet Columbus Reisen: „Kreuzfahrten in alle Regionen sind stark gefragt.“