Erstellt am 05. November 2015, 00:17

von Karin Widhalm

Beschluss: Stadt Retz will das Lehninger-Areal. "Wir für Retz" kritisiert die Vorgehensweise der Stadt. Der restliche Gemeinderat stimmt dem Kauf der Liegenschaft zu.

Lehninger-Areal.  |  NOEN, Widhalm

Die Missstimmung war im Ratsaal förmlich zu spüren: Die Stadtgemeinde setzte bei der Gemeinderatssitzung den Erwerb des Lehninger-Areals auf die Tagesordnung. Sie hatte wie Gemeinderat Karl Breitenfelder ein Auge auf die Liegenschaft aus einer Konkursmasse geworfen. Diese Bieterkonstellation, die den Preis nach oben getrieben hat, hat für Verwunderung gesorgt.

Günther Hofer (Wir für Retz) findet die Vorgangsweise der Stadtgemeinde „interessant, wie man sich‘s nicht wünschen würde“. Der Gemeinderat hätte die Angelegenheit schon im April beschließen können. Er deutete damit an, dass der Streit vermieden hätte werden können. Zugleich sagt er, dass sich seine Liste aus der Diskussion rausgenommen habe. „Wir haben‘s nicht politisch gesehen“, lautet seine Begründung.

Koch betonte noch mal, dass der Stadtrat Bescheid gewusst habe; Hofer und Breitenfelder wären direkt von ihm informiert worden. „Wir brauchen einen Bevölkerungszuwachs!“, erhob der Bürgermeister seine Stimme.

„Die Gemeinde ist nicht gesegnet mit Geld"

Hofer hält das Kaufansinnen für bedenklich: „Die Gemeinde ist nicht gesegnet mit Geld.“ Er rät zudem: „Die zwei Menschen, die da nicht miteinander können“, sollten die Angelegenheit im Privaten ausdiskutieren.

Koch erklärte, dass er die Chance nicht verstreichen lassen wolle. Stadtrat Gerold Blei macht auf die Zentrumsnähe des Objekts aufmerksam. Sie möchten einen Wohnbau auf dem Grund errichten lassen.

Koch ruft zur Abstimmung auf, während sich Karl Breitenfelder, dessen Namen in keinem Satz erwähnt wurde, doch noch zu Wort meldete: „Deine Darstellung ist nicht richtig“, sagte er in Richtung Koch. Der Gemeindechef würde nicht im Sinne der Bürger handeln.

Kritik an „Ein-Mann-bestimmt“-Stadtpolitik

„Eigentlich müsstest du gehen“, erwidert Blei aufgebracht. Er deutet darauf hin, dass der Gemeinderat wegen Befangenheit den Saal hätte verlassen müssen. Der Bürgermeister wollte offenbar, dass er bleibt.

Breitenfelder erwähnte noch, dass Koch die „Ein-Mann-bestimmt“-Stadtpolitik fortsetzen würde; dann kommt es im Stimmengewirr zur Abstimmung. ÖVP, SPÖ, Grüne stimmen für den Grundsatzbeschluss, „Wir für Retz“ dagegen.