Erstellt am 06. Januar 2016, 04:53

von Günter Rapp

Bezirk ist jetzt ohne Hallenbad. Ausgebadet / Ravelsbach kann sich den Betrieb nicht mehr leisten. Initiative sammelt Unterschriften.

Seit 1975 stand das 15x7 Meter große Schwimmbecken zur Verfügung. Zuletzt nutzten die Schulgemeinden Hohenwarth/Mühlbach, Maissau, Ravelsbach, Sitzendorf und Ziersdorf das Angebot. Foto: Barbara Witzany  |  NOEN, Barbara Witzany

In einem Schreiben teilte Bürgermeister Walter Schmid den Gemeindebürgern mit, dass der Gemeinderat beschlossen hat, den Betrieb des Hallenbades Ravelsbach mit 31. Dezember 2015 einzustellen. Das Hallenbad – oder besser gesagt das Lehrschwimmbecken – bestand seit 40 Jahren.

„Die Maßnahme der Schließung wurde aus
wirtschaftlichen und technischen Gründen
erforderlich.“
Walter Schmid, Bürgermeister in Ravelsbach

Wie die NÖN bereits berichtete, hätte das Lehrschwimmbecken bei der Gesamtsanierung der Neuen Mittelschule miteingereicht werden sollen. Dies wurde allerdings nicht genehmigt, da es nicht mehr Bestand des Raumbedarfes der Schule sei.

Abgesehen davon wird der Platz, wo sich das Hallenbad befand, jetzt als Erweiterung für den Turnsaal der Neuen Mittelschule benötigt. Dieser wird mit 27 mal 15 Meter um rund ein Drittel größer als der bisherige.

„Die Maßnahme der Schließung wurde aus wirtschaftlichen und technischen Gründen erforderlich. Der steigende jährliche Abgang und die erforderlichen zukünftigen Maßnahmen für den Fortbetrieb stellen einen unwirtschaftlichen Fortbetrieb des Hallenbades dar“, so der Gemeindechef.

Einige der Investitionen, die in Zukunft für einen behördlich genehmigten Fortbetrieb erforderlich gewesen wären, sind die Erneuerung der Lüftungsanlage, die Demontage der Holzverkleidungen an den Stirnwänden und die Verfliesung der Wände, eine Demontage der Duschtassen und Einbau neuer Duschtassen samt Armaturen, eine Erneuerung der Duschen samt Armaturen im Saunabereich, eine Erneuerung des Tauchbeckens samt Chloranlage im Saunabereich, der Einbau einer neuen Notrufeinrichtung in der Sauna und Infrarotkabine sowie die Sanierung der Betondecken im Abgangsbereich zum Keller.

Initiative kämpft um Bad oder Alternative

Überdies schlägt sich der jährliche Abgang für den Hallenbadbetrieb besonders auch in den Heizkosten zu Buche. „Von den 60.000 Euro Heizkosten für das Gebäude der Neuen Mittelschule verschlingt das Hallenbad einen Großteil“, so Bürgermeister Schmid. Ein weiterer Betrieb des Bades sei unter diesen Gesichtspunkten nicht mehr zu bewerkstelligen.

Weil das Hallenbad und die Sauna in Ravelsbach der einzige Standort im Bezirk waren, in dem sich Schulkinder und die Bevölkerung vor allem über die Wintermonate sportlich aktiv betätigen oder auch Erholung und Entspannung finden konnten, hat sich eine überregionale Plattform zur Erhaltung des Ravelsbacher Hallenbades gebildet. Federführend dabei ist der Fotograf Nikolaus Korab.

Mit einer Unterschriftenliste wird zur Weiterführung des Betriebes bzw. zur Bereitstellung einer Alternative aufgerufen. „Sehr viele Besucher und Freunde des Hallenbades haben trotz der Feiertage mit der Unterzeichnung schon ihre Unterstützung ausgedrückt“, so Korab.

Ein Gespräch mit dem Bürgermeister vermochte vorerst keine neue Hoffnung zu schüren: „Unser Schwimmbad, das in dem Sinn gar kein Hallenbad ist, hat in kein Förderprogramm gepasst und konnte damit nicht erhalten werden“, erklärte Schmid den Initiatoren der Plattform.