Erstellt am 25. August 2016, 05:53

von Christoph Reiterer

Ehepartner gerieten sich in die Haare. Pensionist konnte sich nach „zehn bis 15 Bier“ nicht mehr an den Vorfall erinnern.

Strafverfahren wegen häuslicher Gewalt sind am Bezirksgericht keine Seltenheit. Foto: NÖN  |  NÖN

Weil er seine mittlerweile geschiedene Frau im April geschlagen haben soll, musste sich ein 63-Jähriger vergangene Woche am Bezirksgericht Hollabrunn verantworten. An den Vorfall, der sich im Bezirk Hollabrunn zutrug, konnte sich der Angeklagte aber nicht mehr genau erinnern, denn er hatte zehn bis 15 Bier intus, wie er vor Richter Erhard Neubauer angab. Ein Alkotest der Polizei hatte damals 1,44 Promille ergeben.

Tatausgleich an Forderung der Ex gescheitert

Eine Zeugin habe ihm jedenfalls erzählt, dass ihn seine Ex-Gattin ins Gesicht geschlagen und an den Haaren gerissen habe. Weil sie nicht ausgelassen habe, habe er zurückgeschlagen. Die Polizei schritt ein und verwies ihn des Hauses.

Die Ex erzählte im Zeugenstand von einem Streit. Der Mann sei nach Hause gefahren, während sie noch mit Freunden einkaufen war. Diese brachten sie auch nach Hause, wo es erneut zu einer Auseinandersetzung kam, weil der Mann seiner damaligen Gefährtin vorwarf, ihn zu betrügen.

Es sei zu gegenseitigen Beschimpfungen und einer Rangelei gekommen, wobei die Frau den ersten Stoß gesetzt haben soll, wie eine Zeugin bestätigte. „Es sind beide aufeinander losgegangen, es hat tiefe Beschimpfungen gegeben, jeder hat ausgeteilt“, schilderte ein weiterer Zeuge.

Ein außergerichtlicher Tatausgleich war im Vorfeld an einer finanziellen Forderung der Ex gescheitert. Davon wollte die Frau am Bezirksgericht nun aber nichts mehr wissen. „Ich will nur noch meine Ruhe.“ Der Richter verzichtete schließlich auf eine Verurteilung des bislang unbescholtenen Pensionisten. Gegen eine Zahlung von 150 Euro zugunsten der Republik kam der Angeklagte ohne Vorstrafe davon.