Erstellt am 11. April 2016, 07:32

von Christoph Reiterer

Bürgermeister-Machtwort: Rauswurf Minderjähriger regt auf. Heftig diskutiert wird über die Entscheidung des Hollabrunner Bürgermeisters nach einem Missbrauchsverdacht im Bezirk Korneuburg am Freitag.

Studentenheim Hollabrunn  |  NOEN, NÖN

Nach der Entscheidung des Bürgermeisters, die Unterbringung der minderjährigen Flüchtlinge im Studentenheim umgehend zu beenden, nachdem ein junger Afghane wegen möglichen sexuellen Missbrauchs in U-Haft genommen worden war (

und unten), wird heftig darüber diskutiert.

Grüne bezeichnen Bernreiter als „Diktator“

„Wir haben die Entscheidung des Bürgermeisters mit Bedauern zur Kenntnis genommen“, erklärt Jörg Trobolowitsch, Sprecher des Vereins menschen.leben, der die unbegleiteten Flüchtlinge betreut. Diese müssten nun im Laufe der Woche in anderen Quartieren untergebracht werden. Im Sinne der Integrationsarbeit und der in Hollabrunn eingerichteten Flüchtlingsklasse sei das nicht.

„Ich verstehe die Reaktion nicht ganz“, meinte HLW-Direktor Leopold Mayer. Sollten sich die Vorwürfe gegen den jungen Afghanen bestätigen, müsse dieser auch mit voller Härte bestraft werden. Dass aber auch die anderen 20 Burschen bestraft werden, sei schwierig nachzuvollziehen.

„Menschenverachtend“, nennen das die Grünen, die Bernreiter als „Diktator“ bezeichnen. Die Unschuldsvermutung gelte im Rechtsstaat so lange, bis der Bursche vor Gericht rechtskräftig verurteilt worden ist, betont Grünen-Gemeinderat Denis Thompson. Er ruft auf, am Montag, 9 Uhr, vor dem Sport- und Seminarhotel zu erscheinen – „wer Zeit hat und zeigen will, dass er diese Art des Umganges mit Menschen nicht gutheißt“, ergänzt Mitstreiter Martin Marte-Singer.

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