Erstellt am 06. April 2016, 05:04

von Sandra Frank

Carsharing: E-Auto für die Kurzstrecken. Die ökologische Einstellung der Gemeinde soll auf die Bürger übergreifen.

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In Schöngrabern sollen die Haushalte künftig mit nur einem Auto auskommen können. Die Grundlage dafür schaffte die Gemeinde in ihrer jüngsten Sitzung. Die Mandatare gaben ihr Einverständnis für den Startschuss zu einem Carsharing-Projekt.

„Zeigen so unsere ökologische Einstellung“

„Es sollen möglichst viele Leute Kurzstrecken damit zurücklegen“, erklärt Bürgermeister Herbert Leeb die Absicht hinter diesem Projekt. Dass das Fahrzeug ausgeborgt wird, um damit nach Salzburg zu fahren und nach drei Tagen wieder zurückzukommen, sei nicht Sinn der Sache.

Als die Frage im Raum stand, wie viele Menschen in Schöngrabern bereits Interesse bekundet hätten, winkte Leeb ab: „Ich bin überzeugt, dass so etwas erst dann angenommen wird, wenn es tatsächlich da ist.“

Er beruft sich auf eine andere Gemeinde, die im ersten Jahr ebenfalls „hineingebissen“ habe, nun aber aufgrund der großen Nachfrage bereits das vierte Auto anschaffen musste. „So zeigen wir, dass wir – auch in Verbindung mit dem E-Fahrzeug für den Bauhof – ökologisch eingestellt sind.“

Diese Einstellung soll vor allem die Neuzugänge ansprechen. Der Standort des Carsharing-Fahrzeugs wird darum im Siedlungsgebiet sein. Zielgruppe sind für Leeb junge Familien, die noch kein zweites Auto haben. Dieses soll durch das Carsharing-Modell dann auch gar nicht erst gebraucht werden. Kurzstrecken nach Hollabrunn zum Einkaufen oder zum Arzt – dafür ist das Gemeinschaftsauto gedacht. Eine „super Sache“, wie Leeb findet.

Mitgliedschaft soll kostenlos sein

Um Strukturen festzulegen, wie lange das E-Fahrzeug ausgeborgt werden kann oder welche Strecke damit zurückgelegt werden darf, dazu wurde ein Carsharing-Verein gegründet. Obmann ist auf Wunsch des Bürgermeisters Jugendgemeinderat Michael Semmelmeyer, da er selbst schon mit einem E-Fahrzeug als Dienstwagen unterwegs sei und so daher über die meisten Erfahrungen verfüge.

Sind all diese Fragen geklärt, dürfen die Vereinsmitglieder mit dem E-Auto unterwegs sein. Die erste Zeit – sechs Monate oder ein Jahr, auch diese Frage wird der neue Vereinsvorstand klären – der Mitgliedschaft soll kostenlos sein, damit möglichst viele Menschen das Angebot nutzen. „Dann sehen sie, was das für eine gute Sache ist“, ist der Gemeindechef überzeugt, dass die meisten zu einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft übergehen werden.

„Ich hab’ versucht, es als Paket zu bekommen, aber das kostet uns 15.000 Euro mehr, als wenn wir alles einzeln vergeben“, spricht Leeb die finanzielle Seite des Projekts an. Die Gemeinde wird ein Elektroauto um 19.500 Euro anschaffen, eine E-Tankstelle wird in der Gemeinde errichtet (8.000 Euro) und die entsprechende Software (etwa 1.000 Euro) wird angeschafft.

NÖN.at hatte berichtet: