Erstellt am 15. September 2015, 08:44

von Sandra Frank

Chihuahua-Gebell löst FP-Konflikt aus. In Hollabrunn sind Christian Lausch, dem die Hunde gar nicht gehören, und Daniela Lichtenecker enttäuscht voneinander.

Erst die Chihuahua-Anzeige, dann die SJ-Aufkleber am Hollabrunner Büro: FPÖ-Bezirkschef Christian Lausch muss sich mit sommerlichen Querelen auseinandersetzen. Ausgerechnet die engagierte FPÖ-Gemeinderätin Daniela Lichtenecker ging auf Konfrontation mit ihm. Foto: Sandra Frank  |  NOEN, Sandra Frank

„Die Sache ist eigentlich lächerlich“, zumindest darin sind sich Christian Lausch und Daniela Lichtenecker einig. Doch das bleibt die einzige Übereinstimmung der FPÖ-Mandatare in dieser Geschichte. Konkret geht es um einen Vorfall im August dieses Jahres: Lichtenecker zeigte Lausch an, weil seine beiden Hunde zu lange gebellt hatten.

„Beim Volksfest war‘s mir dann zu blöd“

„Sie wohnt schräg gegenüber und hat wohl generell etwas gegen Hundegebell“, sagt der Parlamentarier, dem der Vorfall unangenehm ist. „Ich bin persönlich sehr enttäuscht von ihr“, hätte Lausch die Sache gern ohne öffentliches Aufsehen geklärt.

„Ich bin auch massiv enttäuscht von ihm“, sagt auch Lichtenecker. Die beiden Chihuahuas hätten den ganzen Sommer über oft bis Mitternacht, wenn nicht länger vor sich hin gebellt. „Sie waren oft nicht da und die Hunde haben stundenlang gebellt“, erinnert sich Lichtenecker, dass die Vierbeiner oft alleine zu Hause waren. „Untertags ist es mir egal, wenn die Hunde bellen.“

Doch die FP-Gemeinderätin ist Mutter von drei Kindern, eines davon vier Monate. „Beim Volksfest war‘s mir dann zu blöd“, rief sie schließlich die Polizei, nachdem sie den Sommer über mehrmals das Gespräch mit Lausch gesucht hätte. „Da ist mir die Privatsphäre aber wichtiger als die Partei“, sagt Lichtenecker.

„Verstehe nicht, warum er so uneinsichtig ist“

„Die Hunde waren im Sommer vielleicht dreimal bei mir“, erzählt Lausch, dass er gar nicht der Besitzer der Chihuahuas sei, sondern seine Lebensgefährtin. „Das hat bisher aber niemanden interessiert. Die Anzeige ging auch auf mich.“

Der Parlamentarier sieht die Angelegenheit als „total überzogen“. Unter Nachbarn und Freunden hätte er die Sache anders geregelt. Außerdem wurde an besagtem Abend das Feuerwerk der Augustwiesn abgeschossen. „Da haben die Hunde eben gebellt. Da gleich die Polizei zu rufen ...“, glaubt Lausch, dass sich diese Aktion nicht gegen das Gebell, sondern gegen seine Person richte. „Das macht mich traurig.“

„Wenn sie einmal bellen, ruf ich doch nicht die Polizei!“, ärgert sich Lichtenecker. „Ich versteh‘ wirklich nicht, warum er so uneinsichtig ist.“ Sie hätte die Polizei nicht gerufen, hätten die Hunde nicht ständig gebellt, sagt die Gemeinderätin.

Seit der Anzeige sei es aber besser geworden, gibt Lichtenecker zu. „Die Hunde sind jetzt ab 22 Uhr herinnen“, sagt Lausch, der vergangene Woche noch einen Grund zum Ärgern hatte: Aufkleber der Sozialistischen Jugend (SJ) wurden auf den Schaukasten der FPÖ und die Büro-Schilder geklebt. „Das ist ärgerlich, aber das zeig‘ ich ja auch nicht an“, meinte Lausch, als er die Aufkleber vom Schaukasten kratzte.