Haugsdorf

Erstellt am 06. Juli 2016, 04:40

von Franz Enzmann

Trinkwasseranlage soll verkauft werden. Im Gemeinderat gab es eine heftige Diskussion über den geplanten Verkauf der gemeindeeigenen Wasserleitungen an die EVN.

VP-Ortschef Andreas Sedlmayer will das Angebot des Energiekonzerns prüfen und dann entscheiden.  |  Franz Enzmann

Sachlich begann die jüngste Gemeinderatssitzung. Erst bei der Beratung über den Verkauf der Wasserversorgungsanlage an die EVN gingen die Wogen hoch. „Ich kann mich damit überhaupt nicht anfreunden“, rief FPÖ-Gemeinderat Erich Mokesch.

FP-Mandatar Erich Mokesch ist gegen den Verkauf. Foto: Enzmann  |  Franz Enzmann

„Wenn von rund 560 niederösterreichischen Gemeinden nur 35 Ortschaften ihre Wasserleitungen verkaufen, dann muss das zu denken geben“, führte er als Argument ins Treffen. Erhardt Weinwurm, als SPÖ-Mandatar im Gemeindevorstand, konterte: Die Erhaltung des Rohrnetzes sei zu kostspielig.

Mokesch warf indes die Frage auf: Wieso kauft das Energieunternehmen nur die Wasserversorgungsanlage und kümmert sich nicht auch um die Abwasserentsorgung? Er erhielt darauf keine ausreichende Antwort.

Ortschef: Angebot von EVN einholen

ÖVP-Bürgermeister Andreas Sedlmayer klinkte sich in die Diskussion mit der Bemerkung ein: „Der Umgang mit dem Lebensmittel Wasser wird immer schwieriger.“ Die ÖVP- und SPÖ-Fraktion wolle deshalb ein Angebot von der EVN einholen. „Davor müssen wir aber diesen Grundsatzbeschluss fällen.“

Vor der Abstimmung verlangte Gemeinderat Gerwich Kudler (SPÖ) noch die Klärung der Übernahme eines Darlehens, das für die Wasserbereitungsanlage aufgenommen worden ist. Sedlmayer nickte zustimmend.

Mokesch stimmte gegen den Grundsatzbeschluss, ebenso wie Johann Zechling (SPÖ): „Ich weiß nicht, was das Trinkwasser in einigen Jahren bei der EVN kosten wird“, begründete er. Alle anderen stimmten dem Grundsatzbeschluss zu.

Zitiert: Pro und Kontra beim Thema Wasser

„Wenn wir die Wasserversorgung auch noch verkaufen, dann haben wir unser letztes Familiensilber verscherbelt. Da stimme ich nicht zu.“
Erich Mokesch, FPÖ-Gemeinderat

„Ich fordere ein Rücktrittsrecht.“
Gerwich Kudler, SPÖ-Gemeinderat

„Grundsatzdebatte ja, Überlegungen anstellen, auch ja, Abstimmung über Kaufangebot nein.“
Johann Zechling (SPÖ) erklärt sein Stimmverhalten.

„Wir bekommen jetzt schon das Trinkwasser von der EVN. Es geht nur mehr um die Röhren, wo das Wasser durchfließt.“
Andreas Sedlmayer, ÖVP-Ortschef

„Das Wasserleitungsnetz ist veraltet und für die Gemeinde fallen in Zukunft mehr Erhaltungskosten an.“

Erhardt Weinwurm (SPÖ) argumentiert für den Verkauf.

Umfrage beendet

  • Trinkwasser: Sache der Gemeinde?