Erstellt am 29. Oktober 2015, 04:32

von Sandra Frank

Déja-vu an der S 3? UVP-Bescheid lässt auf sich warten. Das ersehnte Papier wird nicht im Herbst, sondern frühestens mit Ende dieses Jahres erlassen werden.

 |  NOEN, Symbolbild
„Die UVP wird Ende Dezember, Anfang Jänner abgeschlossen sein“, berichtete Landeshauptmann Erwin Pröll über den letzten Stand des Ausbaus der Weinviertler Schnellstraße S 3 von Hollabrunn bis Guntersdorf. Und er dränge darauf, dass dann von der Asfinag umgehend mit den Grundablösen begonnen werde.



Diese Information scheint ein Rückschlag für die betroffenen Gemeinden Grabern, Guntersdorf, Hollabrunn und Wullersdorf zu sein. Denn es hieß, der UVP-Bescheid werde im Herbst 2015 ausgestellt. Erst danach wolle die Asfinag mit der Grundablöse beginnen.

Die Bürgermeister der vier Gemeinden sowie die Bürgerforen, die bereits mehrmals zum Protest auf die Straße marschierten, wandten sich bereits an Verkehrsminister Alois Stöger. Sie wollten wissen, wann mit dem Bescheid zu rechnen ist und ob mit der Grundablöse bereits begonnen werden könne. Bisher erhielten sie keine Antwort.

Auch die NÖN bekam nur ausweichende Antworten. Wann der UVP-Bescheid erlassen werden soll und weshalb es zu dieser Verzögerung kam, beantwortete das BMVIT nicht. Nur so viel: „Für die weiteren Planungen wurde von einem UVP-Bescheid bis Ende 2015 ausgegangen.“

Grundeigentümer-Info im Jänner 2016

Die Vorarbeiten seien weitgehend abgeschlossen, bestätigt Andrea Heigl, Sprecherin des Verkehrsministeriums. Im Jänner 2016 soll es die erste Infoveranstaltung für betroffene Grundeigentümer geben. Das Grundsatzgutachten mit Ausweisung der Verkehrswerte der betroffenen Grundstücke soll bis Ende 2015 fertig sein.

Einer, dem diese Verzögerung gar nicht schmeckt, ist Wilfried Hammer, Sprecher der Bürgerinitiativen, die sich entlang der B 303 formiert haben. Er war es auch, der vergangene Woche ein Schreiben an den Verkehrsminister verfasste (

). „Vielleicht lassen sie uns so lange warten, weil sie das Geld woanders brauchen?“

Der Guntersdorfer ist zwar enttäuscht, dass sich das Projekt wohl weiter verzögert, will aber mit Protesten zuwarten. „Noch sind wir geduldig, wie lang, das weiß ich allerdings noch nicht.“ Für ihn ist klar: Die Bürger haben bereits klare Zeichen gesetzt. Jetzt sei die Politik, „sofern man sie noch ernst nehmen darf“, am Zug.

„Sie haben ja Glück, dass ich jetzt mit anderen Dingen beschäftigt bin“, hat Hammer seinen Kampfgeist nicht verloren. Derzeit hat er mit dem Innenausbau des neuen Musikerheims alle Hände voll zu tun. „Da bin ich noch zwei bis drei Wochen beschäftigt, dann fällt mir sicher wieder etwas ein“, so der Obmann-Stellvertreter der Trachtenkapelle Guntersdorf.

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