Hollabrunn

Erstellt am 02. Januar 2018, 12:14

von NÖN Redaktion

Arbeitsmarkt-Lage bleibt angespannt. Altersgruppe 50+ kann vom großen Arbeitsplätze-Zuwachs nicht profitieren.

Foto Semrad

Zum Jahreswechsel waren 2.181 Menschen im Bezirk Hollabrunn auf Jobsuche – um 27 oder 1,3 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie Hollabrunns AMS-Chef Josef Mukstadt berichtet. 1.890 davon waren als Arbeitsuchende erfasst, 291 bereiten sich in Schulungen auf den Wiedereinstieg ins Berufsleben vor.

„Rund ein Viertel aller Arbeitslosen wurde aus saisonalen Gründen freigestellt und verfügt über eine Wiedereinstellungszusage“, weiß Mukstadt. Altersspezifisch setze sich die Entwicklung des Vorjahres fort.

Die Jugendarbeitslosigkeit hat mit 216 Jobsuchenden ein Fünfjahrestief erreicht. Hingegen ist jeder dritte Arbeitslose über 50. „Diese Gruppe kann offensichtlich nicht von der deutlichen Belebung der Arbeitskräftenachfrage profitieren, die mit 149 Personalanforderungen ein um diese Jahreszeit bisher nicht gekanntes Ausmaß erreicht hat“, analysiert der AMS-Chef.

Immer deutlicher werde die Diskrepanz zwischen dem Anforderungsprofil freier Stellen und Eignungsvoraussetzungen von Bewerbern. „43,5 Prozent aller Arbeitslosen verfügen über keine Berufsausbildung, ein Viertel ist durch gesundheitliche Probleme gehandicapt. Dazu kommen häufig Mobilitätseinschränkungen, wenn kein eigenes Fahrzeug vorhanden ist“, erklärt Mukstadt. Das AMS setze daher noch mehr als bisher auf Qualifizierung und Weiterbildung.

Anstelle der von der Bundesregierung nun gecancelten „Aktion 20.000“ wird es die Beschäftigungsinitiative 2018 geben, die es Gemeinden, gemeinnützigen Vereinen und Betrieben ermöglicht, Lohnkostenersatz zu beantragen. „Sie ist vom Förderumfang her nicht annähernd vergleichbar, gibt es aber für über 50-Jährige bereits nach sechsmonatiger AMS-Vormerkung“, so Mukstadt.

 

Bezirksvergleich:

Amstetten 2.597 (-20,1 %)

Baden 6.891 (-5,1 %)

Bruck/Leitha 1.861 (-4,1 %)

Gänserndorf 4.987 (-2,0 %)

Gmünd 1.932 (-10,1 %)

Hollabrunn 1.890 (-0,6 %)

Horn 915 (-12,2 %)

Korneuburg* 3.075 (+9,2 %)

Krems 3.284 (-6,7 %)

Lilienfeld 1.001 (-9,4 %)

Melk 2.377 (-11,2 %)

Mistelbach* 2.720 (-17,9 %)

Mödling 4.152 (-8,8 %)

Neunkirchen 4.060 (-5,5 %)

St. Pölten* 7.932 (+6,5 %)

Scheibbs 981 (-16,4 %)

Schwechat 2.486 (-7,0 %)

Tulln* 3.227 (-28,0 %)

Waidhofen/Thaya 937 (-13,5 %)

Waidhofen/Ybbs 600 (-17,8 %)

Wiener Neustadt 6.540 (-5,9 %)

Zwettl 1.542 (-12,9 %)

NÖ gesamt 65.987 (-7,3 %)

* Beeinflusst von der der Auflösung von Wien-Umgebung mit 1.1.2017!