Hollabrunn

Erstellt am 30. April 2017, 05:32

von NÖN Redaktion

„Angstbürger oder Weltbürger?“ Werte kann man üben. Zur Diskussion über Haltungen für die Zukunft und zum Kennenlernen lud der Arbeitskreis der Pfarre ein.

Cäcilia Kaltenböck mit Wali, Sekrullah, Sameh und Naquib, die bei Familie Zöhrer leben.  |  privat

Der Arbeitskreis „Integrationsbemühungen“ lud vergangene Woche zu einem von Josef Widl moderierten Informationsabend, den Philipp Demuth auf seinem Marimbaphon und Stadtrat Günter Schnötzinger vor rund 100 Besuchern mit Fakten aus der Gemeinde einleiteten.

So werden in einem Hollabrunner Kindergarten Kinder aus 21 Nationen betreut. In den beiden Volksschulen haben 74 Kinder (21 %) eine fremde Muttersprache. Nur 25 von ihnen leben erst seit kurzer Zeit in Österreich. Diese werden teilweise für Deutschkurse aus den Klassen genommen und gelten noch als außerordentliche Schüler. Die Neue Mittelschule besuchen zwölf Jugendliche mit nicht deutscher Muttersprache – bei einer Gesamtschülerzahl von 210.

Schnötzinger dankte den Mitarbeitern des Arbeitskreises für die vielen wertvollen Initiativen zum gemeinsamen Brückenbau, ehe Arnold Ehrenfeld ein Interview mit Sameh Niazi führte. Er besucht die erste Fachschule der HLW Hollabrunn und wartet schon lange auf einen positiven Asylbescheid.

48 Kinder des Union-Tanzteams tanzten unter der Leitung von Selma Mrkaljevic, Lisa Bauer, Verena Czink, Kathi Pfeifer und Andrea Piglmaier zu einem Madley aus den Musicals „Romeo und Julia“ und „Haispray“. Tanzen verbindet. Zwei Mädchen einer Asylwerberin aus der Pfarrgasse sind in der UTT-Gruppe voll integriert. Katrin Marschalek spendete McDonald’s-Gutscheine für alle.

Professor Karl R. Essmann vermittelte dem Publikum schließlich herzerfrischend Grundwissen über Judentum, Christentum und Islam. Zukunftsweisende Haltungen und Werte, die in allen drei Religionen zu finden sind, müssten bloß täglich geübt und gelebt werden: Wahrheitsliebe, Gerechtigkeit, Gottes- und Nächstenliebe …

Die folgenden „Real-Life-Interviews“ zeigten gelungene Integration auf: Beide Interviewpartner sind beruflich bereits engagiert. Sie wünschen sich nur: „Mehr Hollabrunner Freunde …“

Oliver Wenninger stellte daraufhin die Initiative „Big Brother, big Sister“ vor. Gemeindebürger sollen motiviert werden, ei bis zwei Stunden pro Woche mit den bisher Fremden zu verbringen. Exemplarisch teilte Josef Widl Dankesurkunden aus: die Familien Tuzar (über ihre Gäste aus Syrien in Raschala gibt es den Blog juliaschwaiger.atavist.com, der immer wieder eingeblendet wurde), Zöhrer und Nics stehen für viele Mitarbeiter des Arbeitskreises, die versuchen, Menschen zu begleiten und zusammenzuführen.

Wer sich anschließen möchte, kann dies über die Drehscheibe Hollabrunn tun (www.drehscheibe-hollabrunn.net) oder per Spende helfen. Das Geld wird für Deutschkurse für Asylwerber in der Sprachschule Hollabrunn verwendet.

Den Abschluss des Abends bildete ein von 14 Bewohnerinnen des Hauses der Frauen in der Pfarrgasse und TV-Köchin Elisabeth Lust-Sauberer bereitetes Finger-Food-Buffet, bei dem Einheimische und Zugezogene einander näherkommen konnten.

Caritas der Erzdiözese Wien – Hilfe in der Not/DVR 4000259 Spende für Pfarre Hollabrunn- Flüchtlingshilfe KV 830066; AT16 3100 0004 0405 0050; RZBAATWW