Erstellt am 25. Mai 2016, 04:04

Ein Gallien, das dem Trend folgt. Alfred Schuster über den Umstand, dass Schrattenthal die einzige „grüne Gemeinde“ im Bezirk ist.

 |  NOEN, zVg

NÖN: Schrattenthal war die einzige Gemeinde mit einer grünen Mehrheit - warum?

Schuster: Wir sind ein gallisches Dorf, aber dem Österreich-Trend entsprechend. Ich weiß wirklich nicht, warum das so ist. Es ist für mich unerklärlich.

Fühlen Sie sich als einzige grüne Gemeinde einsam?

Schuster: Überhaupt nicht. Ich fühle mich nicht einsam, aber im allgemeinen Trend bestätigt. Eigentlich ist‘s so: Für mein Leben wird sich nichts ändern und für die Leben anderer auch nicht.

Wen haben Sie gewählt?

Schuster: Das verrate ich nicht.

Wie bewerten Sie das Ergebnis?

Schuster: Ich glaube, dass die einen wie auch die anderen wollten, dass eine Partei nicht überhand greift. Die einen wollten Van der Bellen verhindern, die anderen Hofer. Die einen wollten den Schaden für Österreich im Ausland begrenzen, die anderen erhofften, dass sich die Regierung anders verhält.

Wie wirkt sich die Wahl auf Österreich aus?

Schuster: Die Wahl ist ziemlich knapp ausgegangen, deswegen kann man nicht sagen: In Österreich gibt‘s einen extremen Rechts- oder extremen Linksruck. Das Ergebnis sagt nicht aus, welchen Weg Österreich gehen soll. Es ist so, wie‘s ist, und es wird gut sein.

Warum hat es doch wenige Weiß-Wähler gegeben?

Schuster: Das freut mich wirklich: Die Wahlbeteiligung war doch hoch. Ich glaube schon, dass die Wähler im Vorfeld wachgerüttelt wurden.