Erstellt am 25. Mai 2016, 05:24

von Sandra Frank

„Ein schwarzer Tag für Österreich“. Im Bezirk holte die FPÖ klar der Mehrheit. Doch im Bund siegte schließlich Van der Bellen.

Obwohl der Wahlabend kein klares Ergebnis brachte, kam der Spaß im FPÖ-Parteilokal nicht zu kurz. Dafür sorgten (vorne, v.l.) Ida Brandl, Franziska Krimmel, Jasmin Leitner und Melanie Kerber sowie (stehend, v.l.) Christian Lausch, Abgeordneter zum Nationalrat, Michael Sommer, RFJ-Obmann und Stadtparteiobmann Johann Mareiner.  |  NOEN, Sandra Frank
Mit strahlendem Gesicht betrat Denis Thompson, Gemeinderat der Grünen, am Montag gegen 16.30 Uhr die NÖN-Redaktion. „Wenn Norbert Hofer auf Facebook kapituliert, dann muss ich vorbeikommen.“ Glücklich und euphorisch war er, als er realisierte, dass Alexander Van der Bellen Österreichs nächster Bundespräsident sein wird.

„Es ist ein schwarzer Tag für Österreich“, sagte hingegen FPÖ-Parlamentarier Christian Lausch in dem Moment, als Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) das offizielle Wahlergebnis nach einem spannenden Tag verkündete. Einen politischen Aufbruch werde es Lauschs Meinung nach nun nicht geben. „Ich hätte mir einen Bundespräsidenten mit 45 Jahren gewünscht, und nicht einen mit 72 ...“

Kein Jubel in Parteilokal

Zurück zum Wahlabend: Einen solchen hat es noch nicht nie gegeben, denn einen Wahlsieger gab es am Sonntagabend noch nicht. Bei den ersten Hochrechnungen lag der Freiheitliche Kandidat vorne, Jubel brach im Parteilokal der Hollabrunner FPÖ dennoch nicht aus. Der Vorsprung, den Hofer gegenüber Alexander Van der Bellen bei der Stichwahl vorlegte, war am Wahltag um 17 Uhr einfach zu knapp, um Freude aufkommen zu lassen. 50,2 Prozent der Stimmen entfielen zu diesem Zeitpunkt auf Hofer. Die FPÖ hielt den Atem an.

„Das wird ein Zitterabend“, prophezeite Nationalratsabgeordneter Christian Lausch. Damit sollte er recht behalten. Hofers Vorsprung währte nur bis zur nächsten Hochrechnung. Lausch hatte zwar mit einem knappen ersten Ergebnis gerechnet, aber doch auf etwa 55 Prozent für Hofer gehofft. Dass das landesweite Ergebnis nicht eindeutig war, trübte die Freude über den beachtlichen Erfolg der Freiheitlichen im Bezirk. Beinahe 60 Prozent waren es hier, die die FPÖ einfuhr. „Für den Bezirk ist das ein sehr gutes Ergebnis.“ Immerhin hatte Hofer in 23 von 24 Gemeinden die Mehrheit. Nur Schrattenthal war der schwarze – beziehungsweise grüne – Fleck im sonst blauen Hollabrunn.

Harter Tag für VdB-Fans

„Ich war nicht euphorisch, als ich das Ergebnis von Hollabrunn gesehen hab‘“, sagt Peter Loy, Gemeinderat der Grünen. „Aber ich hab‘ mir gedacht: Das sagt noch nichts aus, Hollabrunn ist ja veränderungsresistent.“ Dass es ein harter Tag für Van der Bellens Fans werden würde, war dem Hollabrunner bei den Ergebnissen im Bezirk aber bewusst. Am Wahlabend habe er sich über den denkbar knappen Vorsprung von Van der Bellen gefreut, „auch wenn ich gewusst hab‘, dass wir bis zum nächsten Tag auf ein endgültiges Ergebnis warten müssen“.

Sein Kollege im Gemeinderat, Denis Thompson, verbrachte den Wahlabend in Wien, im Parlais Auersperg. Auch wenn die Hochrechnungen einen Jubel nicht zuließen, war Thompson froh, nach Wien gefahren zu sein: „Es hat mich begeistert zu sehen, wie viele zukunftsorientierte Junge wir haben.“

Auch wenn „nicht ausreichend“ Menschen Van der Bellen in der Stadt Hollabrunn ihre Stimme gaben – genau waren es 44,6 Prozent –, so bezeichnet Thompson seine Heimatstadt als „grünes Juwel“. Denn als er die Ergebnisse im Land um Hollabrunn sah, „hat es anders ausgeschaut“.

Mit dem Ergebnis in der Stadt und den Katastralgemeinden ist auch ein anderer sehr zufrieden: Johann Mareiner, Stadtparteiobmann der FPÖ: „Das tolle Ergebnis zeigt, dass wir in der Stadtpartei gute Arbeit geleistet haben.“

x  |  NOEN, und Stadtparteiobmann Johann Mareiner. Fotos: