Erstellt am 28. Dezember 2015, 10:04

von Sandra Frank

Einkaufswagerl als „Waffe“ eingesetzt. Der Streit um einen Supermarkt-Parkplatz in Hollabrunn bescherte einem zunächst leugnenden Pensionisten eine Geldstrafe.

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Die Suche nach einem Parkplatz kann einen Autofahrer zur Weißglut bringen. Im Fall eines 74-Jährigen sogar vor Gericht. Er drückte mit seinem Pkw einen Einkaufswagen absichtlich gegen das Auto eines Mannes, der gerade mit seiner Frau die Einkäufe verstaute.

Schaden gleich im Gerichtssaal beglichen

Der Wiener, der mit seiner Frau ein Wochenendhaus im Bezirk besitzt, wollte sich einparken. Doch ein Einkaufswagen und eine Beifahrertür waren im Weg.

„Ich habe ihn dann aufgefordert, die Tür zuzumachen. Da hat er gesagt, ich soll mir einen anderen Parkplatz suchen“, erzählt der Angeklagte vor Gericht. Er fuhr trotzdem in den Parkplatz und drückte den Einkaufswagen gegen das Fahrzeug des anderen, das Kratzer am Lack abbekam.

Anders als im Vorfeld der Verhandlung war der Angeklagte geständig. Den Schaden, nicht einmal 100 Euro, beglich er sofort im Gerichtssaal.

„Er wollte unbedingt diesen Parkplatz“

Als der Zeuge seine Version des Vorfalls schilderte, begann die Gattin des Angeklagten – die bei dem Vorfall am Penny-Parkplatz in Hollabrunn dabei gewesen war – verärgert zu gestikulieren, was ihr eine Verwarnung des Richters einbrachte.

„Er wollte unbedingt diesen Parkplatz“, erinnerte sich der Zeuge. „Ich habe ihm gesagt, er muss nicht unbedingt diesen nehmen, weil ja noch 50 andere frei sind.“

Der Angeklagte habe erwidert, er werde den Einkaufswagen zweimal anstubsen und ihn beim dritten Mal gegen das Auto drücken. Was er schließlich auch tat. Danach sei der Wiener ausgestiegen und habe sein Opfer auch noch beschimpft.

Da sich der 74-Jährige geständig und reumütig zeigte und außerdem unbescholten war, folgte Neubauer dem Wunsch des Verteidigers: Der Wiener kam gegen eine Geldbuße ohne Verurteilung davon.