Erstellt am 10. Februar 2016, 02:58

von Christoph Reiterer und Karin Widhalm

Eng und viele Lkws: „Die Straße bricht“. Die L 1027 ist derzeit keine adäquate Verbindung zwischen der neuen Spange und der B 303. Die Fahrbahn ist zu schmal.

Die schmale Landesstraße erträgt den Lkw-Verkehr seit der Öffnung der Spange nicht. Foto: Karin Widhalm  |  NOEN, Karin Widhalm
So sehr sich die Anrainer über die Verkehrsfreigabe der Retzer Spange vor Weihnachten freuten (die NÖN berichtete), so kritisch sind manche Stimmen, dass es weiterhin keine leistungsstarke Verbindung von der B 303 nach Retzbach gibt.

Auch Wolfgang Dafert, Leiter der Straßenbauabteilung I in Hollabrunn, muss zugeben, dass die vom Regen aufgeweichten Bankette auf der Landesstraße 1027 bereits verdrückt und ausgefahren sind, weil Fahrzeuge und vor allem Lkws auf der engen Straße bis an den äußersten Rand der Fahrbahn ausweichen müssen. Bürgermeister Manfred Nigl (Retzbach) bestätigt: „Stellenweise wurden Geschwindigkeitsbeschränkungen aufgestellt, weil die Straße bricht.“

Er will den Straßenbau-Leiter aufsuchen, aber aus einem anderen Grund: „Die Einfahrten sind nicht sehr geglückt.“

Bürger beschweren sich, dass zum Beispiel die Zufahrt nach Kleinhöflein nur mit geringer Geschwindigkeit erwischt werden kann. Nachkommende Lenker würden nicht rechtzeitig abbremsen können und ein Überholmanöver einleiten müssen – gefährlich bei Gegenverkehr. „Vielleicht findet man da eine Lösung“, hofft Nigl.

„Die Leute, die auf mich zugehen, sagen
schon: Die Straße gehört jetzt gemacht.“
Bürgermeister Manfred Nigl, Retzbach

Der Verkehr habe auf der Retzbacher Seite nicht so stark zugenommen, wie manche befürchtet hatten. „Die Lkws fahren nicht im Sekundentakt vorbei“, berichtet der Bürgermeister. Die L 1027 ist dennoch mitgenommen. „Die Leute, die auf mich zugehen, sagen schon: Die Straße gehört jetzt gemacht.“ Derzeit gebe es jedoch noch keinen konkreten Zeitplan für das Projekt, sagt Dafert.

Mit den Grundeigentümern, deren Bereitwilligkeit zur Einlöse auch hier notwendig ist, soll aber noch heuer Kontakt aufgenommen werden. Die Verträge seien den Grundeigentümern schon zugesandt worden, so Nigl.

Nicht alle befürworten die Spange Retzer Land und die damit einhergehende geplante Verbreiterung der L 1027. Nigl: „Ich persönlich hoffe, dass das Land noch ein letztes Mal auf die Menschen zugeht.“ Vielleicht könne so ein Meinungsumschwung bei „Hardlinern“ erwirkt werden.