Erstellt am 15. Juni 2016, 05:35

von Christoph Reiterer

Erdäpfel-Fabrik sieht sich gut gerüstet. Wichtiger Hollabrunner Arbeitgeber ehrte Landwirte, die im Vorjahr beste Kartoffelqualität ablieferten.

Rohstoff-Manager Marc Verhooren, Christian Moser, Ferdinand Lembacher und Gerhard Bauernfeind (hinten, v.l.) gratulierten Ferdinand Wittmann, Erich Etl, Herbert Thullner, Katharina Gruber, Christine Pimberger, August Doppler und Matthias Lahner. Foto: LWM  |  NOEN, LWM

In Hollabrunn werden jährlich rund 100.000 Tonnen heimischer Erdäpfel von der LWM Austria GmbH verarbeitet. Jene sieben Landwirte, die die beste Kartoffelqualität 2015 geliefert haben, wurden nun im Rahmen eines Festes vor den Vorhang geholt.

„Ziemliche Probleme“ durch Hitze 2015

Der Hollabrunner Tiefkühllebensmittel-Spezialist bezieht die Rohware von rund 250 Bauern, die vorwiegend aus dem Weinviertel, Marchfeld und Burgenland stammen. „Die kurzen Transportwege und die hervorragende Qualität der Erdäpfel bilden die Grundlage für den ursprünglichen Geschmack unserer Produkte“, sagt Geschäftsführer Gerhard Bauernfeind.

Enger Kontakt zu den Landwirten sei enorm wichtig für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Die Prämierung „Beste Kartoffelqualität“ sei ein Dankeschön dafür, dass die Bauern das Beste aus jeder Kartoffel herausholen.

Bewertet wurde nach einem Bonitierungssystem, bei dem die Erdäpfel auf Beschädigungen, Stärkegehalt oder innere Mängel untersucht werden. Alle Sieger knackten heuer die 90-Punkte-Marke.

Obwohl die enorme Hitze im Vorjahr schon „ziemliche Probleme“ bereitet habe, sei man mit der Qualität im Großen und Ganzen zufrieden, betonte Bauernfeind. Die erhöhten Transportkosten seien belastend gewesen. Neue Systeme wie die Tröpfchenbewässerung, um die Ernte besser abzusichern, seien in Arbeit – „um Hollabrunn als Anbaugebiet attraktiver zu machen“.

„Jede sechste Kartoffel in Österreich
läuft hier über die Brückenwaage“
Pflanzenbaudirektor Lembacher


Zwei Sieger kommen aus dem Bezirk Hollabrunn: Marianne und Ferdinand Wittmann aus Frauendorf mit der Sorte „Agria“ (95 Punkte) sowie Christine Pimberger aus Hetzmannsdorf mit der Sorte „Ditta“. Letztere wurde übrigens letztmals ausgezeichnet, so wird künftig von der Lapro Stockerau zugekauft. Urkunden gab es außerdem für Matthias Lahner aus Obersiebenbrunn, Erich Etl aus Halbturn, Katharina Gruber aus Weikendorf, August Doppler aus Schranawand sowie Rita und Herbert Thullner aus Andau.

Ferdinand Lembacher, Pflanzenbaudirektor der NÖ Landwirtschaftskammer, betonte den enormen Stellenwert regionaler Lebensmittel. „Jede sechste Kartoffel in Österreich läuft hier über die Brückenwaage“, freut er sich über den Erfolg an diesem Standort, wo er selbst seine ersten beruflichen Erfahrungen sammelte.

Die vertrauensvolle Partnerschaft zwischen Landwirten und Lamb Weston sichere hunderte Arbeitsplätze und sorge für eine nachhaltige Lebensmittelversorgung, meinte Christian Moser, Vizepräsident der NÖ Wirtschaftskammer, der die Auszeichnungen mit einer Oscar-Verleihung verglich. Ein gutes Netzwerk im Hintergrund sei da wie dort von entscheidender Bedeutung.

Die Hollabrunner Fabrik mit ihren 210 Mitarbeitern habe jedenfalls ein sehr gutes Jahr hinter sich und sei in der Pommes-Produktion um 2.000 Tonnen (4,5 %) über der geplanten Menge, erklärte Bauernfeind. Mit Prozessverbesserungen sei ein Riesenschritt vorwärts gelungen. Die 800.000-Euro-Investition in einen neuen Dampfschäler sei ein Bekenntnis zum Standort Hollabrunn.


Beste Kartoffelqualität 2015

  • Umatilla: Matthias Lahner, Obersiebenbrunn, 97 Punkte

  • Innovator/Frühanlieferung: Erich Etl, Halbturn, 95 Punkte

  • Innovator/Einlagerungssieger: Katharina Gruber, Weikendorf, 96 Punkte

  • Challenger: August Doppler, Schranawand, 95 Punkte

  • Markies: Rita & Herbert Thullner, Andau, 92 Punkte

  • Agria: Marianne & Ferdinand Wittmann, Frauendorf, 95 Punkte

  • Ditta: Christine Pimberger, Hetzmannsdorf, 91 Punkte

Lamb Weston/Meijer ist eine Tochter von LambWeston. der Konzern zählt zu den Top-2 der weltweit größten Hersteller von Kartoffelprodukten und beschäftigt mehr als 6.000 Mitarbeiter in über 100 Ländern. Pro Jahr werden über drei Millionen Tonnen Kartoffelprodukte hergestellt und erwirtschaftet das Unternehmen einen Umsatz von fast zwei Milliarden Euro.