Erstellt am 28. Oktober 2015, 12:23

von Karin Widhalm

Erhöhte Keimzahl im Trinkwasser. Das zuständige Labor informierte die Stadtgemeinde Retz am Montagnachmittag: Die letzte Trinkwasseruntersuchung ergab, dass „eine erhöhte Keimzahl im Trinkwasser bei 22 Grad Celsius“ in den Katastralgemeinden Retz, Altstadt, Obernalb und Unternalb festgestellt wurde.

 |  NOEN, Karin Widhalm
„Es handelt sich um koloniebildende Keime. Sie vermehren sich“, klärt Stadtamtsdirektor Andreas Sedlmayer auf. Es sind keine coliforme Keime: Das sind Bakterien, die im menschlichen und tierischen Darm Lactose abbauen und im Trinkwasser nicht vorkommen dürfen.

Nochmalige Untersuchung wird Aufklärung bringen

Das Wasser soll zur Desinfizierung drei Minuten sprudelnd abgekocht werden. Das sei vor allem bei Babys, Kleinkindern und älteren Menschen wichtig, so Sedlmayer.  Die Stadtgemeinde gab in Absprache mit der Sanitätsbehörde die Information sofort im Internet bekannt

Informationsblätter wurden ab Dienstag teilweise mithilfe der Post ausgetragen. Die Caritas-Behinderteneinrichtungen und das Landespflegeheim wurden benachrichtigt. Mineralwasser erhielten die Kleinkindbetreuung, die Kindergärten, die Volks- und Mittelschule.

Die Stadtgemeinde nimmt eine Chlorierung vor: Das Chlor ist bestellt, wird aber erst geliefert. Alle Leitungen müssen mit dem Mittel gereinigt werden. Eine nochmalige Untersuchung wird aufklären, ob grünes Licht gegeben werden kann. Sedlmayer schätzt, dass mindestens eine Woche lang Vorsicht beim Leitungswasserkonsum geboten ist.

Wurde abgestandenes Wasser in Leitungen verbreitet?

„Keime entstehen im Normalfall bei Rohrgebrechen“, erklärt der Stadtamtsdirektor. Das sei in letzter Zeit allerdings nicht in der Großgemeinde vorgekommen.

Man vermutet deshalb, dass sich in einem der Leitungsstränge, der nach längerer Zeit wieder in Betrieb genommen wurde, abgestandenes Wasser in die Leitungen verbreitet wurde. Es könnte auch sein, dass die Vorfall mit der EVN- Zuleitung zusammenhängt.

Das Wasser des Energieversorgers wird bei erhöhten Uran-Werten zusätzlich eingespeist, erklärt Sedlmayer. „Ich möchte aber niemanden beschuldigen“, bleibt er bei der Suche nach der Ursache vorsichtig.