Ziersdorf

Erstellt am 24. August 2016, 03:42

von Barbara Witzany

Museum für Wurlitzer. Wilfried Freitag zeigt seine Juke- und Musikboxen. 100 Geräte, großteils funktionstüchtig, sind ab 4. September im ehemaligen Musikhaus in Ziersdorf zu sehen.

Fast alle Geräte funktionieren (wieder) und sind mit Schallplatten, Schellacks oder sogar mit CDs bestückt. Autodidakt Wilfried Freitag reparierte und sanierte die Geräte, unterstützt von Vater und Sohn. Foto: Witzany  |  Barbara Witzany

Am 4. September ist es so weit, das Jukebox Wurlitzer Salon Museum wird im ehemaligen Musikhaus eröffnet. Zehn Monate arbeitete Wilfried Freitag mit seiner Familie an der Sanierung und Adaptierung des Gebäudes.

Viele Anrufe nach TV-Auftritt

Die Musik blieb im ehemaligen Musikheim – jetzt mit 100 Stück Musikboxen und über 100 historischen Radios. Foto: Stefan  |  Stefan

„Im März 2014 gab es einen kleinen Bericht im ORF von Sabine Daxberger über meine Jukeboxen. Auch hier kam die Sprache auf ein Museum. Diesen Wunsch hatte ich schon lange“, erzählt Freitag.

Seine Sammlung hatte schon damals gewaltige Ausmaße. Daraus resultierte das Problem der Unterbringung: „Was nützt es, wunderbare Geräte zu haben und sie nicht benützen zu können, weil man aus Platzgründen die Boxen derart zusammenschlichten muss, dass man nicht dazukommt? Oder die Geräte stehen in einem Depot“, erläutert der Sammler.

Nach der Sendung im Fernsehen habe er sehr viele Anrufe bekommen, erzählt Freitag. Darunter waren auch Anfragen, ob er die Geräte für diverse Anlässe verleiht. „Auf Geburtstagsfeiern kamen zum Beispiel meine Wurlitzer zum Einsatz. Auch in der Schule, die mein Sohn besucht, kam eine Musikbox zum Einsatz.“

Die erste Musikbox war ein Geschenk

Mit acht Jahren hat er seinen ersten Wurlitzer bekommen. Das Gerät habe ihn fasziniert, obwohl seine Versuche, ihn zu reparieren, nie erfolgreich gewesen seien. „Ich habe sogar einige Angebote für dieses Stück bekommen und nicht angenommen“, erzählt Wilfried Freitag vom Beginn seiner Passion. Nach ein paar Jahren kamen drei Geräte dazu und es war um ihn geschehen: „Damit begann meine Sammelleidenschaft.“

Im Laufe der Jahre wuchs die Anzahl der Wurlitzer, die Erfahrung im Umgang mit den Boxen wurde immer größer. „Vorwiegend wurden die Wurlitzer in Amerika hergestellt, es gab aber auch einen deutschen Produzenten.“ Freitag zeigt in einem separaten Raum diese Geräte der Firma NSM aus Bingen (D).

In dem Museum stehen 100 Musikboxen, der Großteil funktioniert. „In einem Gerät sind zwischen 50 und 100 Platten. Wir haben versucht, die Plattenbestückung dem Alter der jeweiligen Musikbox anzupassen.“ Unterstützt wird Freitag von seinem 15-jährigen Sohn Wilfried, von dem der Vater schmunzelnd sagt: „Er ist genau so ein Narr wie ich.“ Der Junior ist unter anderem für die Auswahl der Schallplatten verantwortlich.

Hier kommt dem jungen Wilfried sein breit gefächerter Musikgeschmack zugute. Es gibt sogar eine Box mit Volksmusik. Aber auch Vater Josef hilft: „Er kümmert sich um das Äußere der Geräte“, freut sich Freitag. Besonders dankbar ist der Sammler seiner Familie und seiner verständnisvollen Ehefrau.

Wurlitzer aus den 90er-Jahren mit CDs

Die älteste Box stammt aus dem Jahr 1949 und spielt Schellacks ab, die jüngste wurde in den 1990er-Jahren gebaut und ist mit CDs bestückt. Insgesamt fünf dieser modernen Wurlitzer hat Freitag.

Es dürfte das einzige Museum dieser Art im deutschsprachigen Raum sein. Es gibt zwar Museen, die einige Geräte ausstellen, aber nicht in dem Ausmaß wie in Ziersdorf.