Erstellt am 28. November 2015, 21:18

von NÖN Redaktion

Erste Klagen gegen VW-Händler. Die Folgen des VW-Skandals sind bei Gericht angekommen. Rechtsanwältin Daniela Hübner von der Kanzlei Donnerbauer & Hübner in Retz bereitet bereits Klagen für mehrere Betroffene vor.

Rechtsanwältin Daniela Hübner. Foto: Donnerbauer&Hübner/Walter Schreiner  |  NOEN, Donnerbauer&Hübner/Walter Schreiner

Am sinnvollsten sei es, so die Expertin, den Kauf direkt beim Autohändler als erste Ansprechperson wegen Irrtums anzufechten oder alternativ Gewährleistungsansprüche geltend zu machen.

Gerade beim Kauf besonders umweltschonender Modelle seien den Käufern geringere Emissionen und ein geringerer Spritverbrauch versprochen worden.

Wichtig, jetzt schnell zu handeln

„Dieses Versprechen wurde nicht eingehalten. Unter diesen Umständen hätten sich viele Käufer nicht für das Auto entschieden“, ist Hübner überzeugt. „Daher müssen es die Händler zurücknehmen und den Kaufpreis rückerstatten.“ Allenfalls könne ein Benutzungsentgelt abgezogen werden, meint die Anwältin.

Für weitere Geschädigte sei es wichtig, jetzt schnell zu handeln, denn nach drei Jahren ab dem Kaufdatum sie diese Möglichkeit verjährt.

Die Anwältin empfiehlt, auch Klage einzureichen, wenn man sich bereits der Sammelaktion des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) angeschlossen hat. „Denn die Verjährungsfrist werde durch Vergleichsgespräche mit VW nicht gestoppt.“

Wer zu lange zuwartet, könnte die Möglichkeit, zu seinem Recht zu kommen, verpassen. Klagskosten können durch eine entsprechende Kfz-Rechtschutzversicherung gedeckt sein.