Erstellt am 31. Dezember 2015, 04:43

von Sandra Frank

Falsche Job-Zusage flog auf. Vorbestrafter Grünschnabel legte am Landesgericht ein falsches Dokument vor. Der Urheber kassierte eine Verurteilung.

Bezirksgericht Hollabrunn  |  NOEN, NÖN
Um einer vierwöchigen Gefängnisstrafe zu entgehen, legte ein 18-Jähriger aus dem Retzer Land am Landesgericht Korneuburg eine Einstellungsbestätigung für einen Job vor.

Der Haken: Die Firma, mit deren Stempel das Schriftstück versehen war, existiert gar nicht mehr. Deshalb mussten sich der Teenager und sein Vermieter, der ihm die falsche Urkunde besorgt hatte, nun am Bezirksgericht Hollabrunn verantworten.

Kleiner Sohn habe Firmenstempel kaputtgemacht

„Ich hab‘s nicht gelesen, weil er mir mitgeteilt hat, dass ich bei ihm anfangen kann“, behauptet der Angeklagte, keine Ahnung gehabt zu haben und mit dem Kopf woanders gewesen zu sein, weil er damals bereits drei Tage im Gefängnis sein sollte. „Das ist ein Einzeiler, das dauert zwei Sekunden, um das zu lesen“, glaubte ihm Richter Erhard Neubauer nicht.

Der zweite Angeklagte (40) will indes nichts von einem Haftaufschub gewusst haben. „Ich hab‘ gedacht, er braucht das fürs AMS.“ Der Selbstständige habe dem 18-Jährigen einen Job angeboten.

Wie es zur Urkundenfälschung kam, kann er dem Richter „ganz einfach“ erklären. Sein kleiner Sohn habe seinen Firmenstempel kaputtgemacht. Deshalb habe er jenen seines alten Betriebs, in dem er einmal Geschäftsführer war, genommen.

Weil er ihm nicht beweisen konnte, dass er wusste, dass es sich um eine Fälschung handelte, sprach Neubauer den Teenager im Zweifel frei. Für die „Urkundenfälschung in Reinkultur“ verhängte der Richter eine zweimonatige Bewährungsstrafe über den zweiten Angeklagten, der das Urteil annahm.