Erstellt am 15. Juni 2016, 05:05

von Sandra Frank

Feuerwehr „blickt über den Tellerrand“. Geburtstagsfest, Fahrzeugsegnung und Abschnittsfeuerwehrtag wurden am Wochenende gebührend gefeiert.

Das neue Feuerwehrauto, das die FF Immendorf der Hollabrunner Wehr abkaufte, ist ein gebührendes Geschenk zum 125. Geburtstag. Dieses Jubiläum feierten (v.l.): Bezirkskommandant-Stellvertreter Reinhard Scheichenberger, Kommandant Immendorf bei Koblenz Peter Marx, Bezirksfeuerwehrkommandant Alois Zaussinger, Landesrat Karl Wilfing, Kommandant Wolfgang Thürr, Fahrzeugpatin Petra Thürr, Bürgermeister Richard Hogl, Nationalratsabgeordneter Christian Lausch, Bezirkshauptmann Stefan Grusch, Hollabrunns Kommandant Christian Holzer und Abschnittsfeuerwehrkommandant Markus Zahlbrecht. Foto: Sandra Frank  |  NOEN, Sandra Frank

„Es ist beeindruckend, dass es 125 Jahre hindurch Menschen gibt, die alles liegen und stehen lassen, wenn Not am Mann oder Not an der Frau ist“, lobte Immendorfs Feuerwehrkommandant Wolfgang Thürr die Mitglieder seiner Wehr.

Zum Jubiläum lud die Feuerwehr natürlich zum Fest. Es war keine herkömmliche Feier, der Anlass wurde genutzt, um den Abschnittsfeuerwehrtag auszurichten und das neu angeschaffte Tanklöschfahrzeug segnen zu lassen.

Hochwassereinsätze „sehr mustergültig“ absolviert

„Unser neues Fahrzeug wird uns sicher zehn bis 15 Jahre begleiten. Wenn nicht, dann ist Pater Godhalm Schuld, dann ist bei der Segnung etwas schief gegangen“, schmunzelte der Kommandant. Der Geistliche zog es am Ende jedoch vor, „nicht tote Materie zu segnen, sondern die Menschen“, die dahinter stehen.

Bürgermeister Richard Hogl war besonders stolz, die Festgäste zu empfangen, denn „heute kann ich euch alle in meinem Heimatort begrüßen“. Besondere Anerkennung zollte der Landtagsabgeordnete dem Kommandanten, der seine Wehr „äußerst professionell“ führe und zwei der heikelsten Einsätze in der jüngeren Vergangenheit, die Hochwassereinsätze, „sehr mustergültig und mit viel Kompetenz“ gemeistert habe.

Dass nicht nur die Immendorfer Wehr vorbildhaft arbeite, sondern der gesamte Abschnitt, der mit seinen 51 Wehren übrigens der größte Niederösterreichs ist, zeigte Abschnittsfeuerwehrkommandant Markus Zahlbrecht auf. Er enthüllte auch eine Überraschung: vier neue Schmutzwasserpumpen, im Gesamtwert von 15.000 Euro. 13.000 davon steuerte der Lionsclub Weinland bei.

„Die Feuerwehr Immendorf blickt über den Tellerrand hinaus. Solche Wehren, die ein bisschen querdenken, braucht der Bezirk“, war auch Bezirksfeuerwehrkommandant Alois Zaussinger voll des Lobes. Dass die Feuerwehr eine „wichtige, verlässliche und kompetente Organisation ist, wenn es um den Katastrophenschutz geht“, strich Bezirkshauptmann Stefan Grusch hervor. „Ihr seid der Prototyp des Ehrenamtes.“

„Wehr ist weit mehr als Blaulichtorganisation“

Diese Formulierung gefiel Landesrat Karl Wilfing, der dank Hogls Rede nun wusste, „dass es die Feuerwehren in dieser Region ohne Immendorf gar nicht gebe“, weil viele Kameraden im Bezirk hier ihre Wurzeln haben, besonders. Er weiß, dass die Feuerwehr „weit mehr ist, als nur eine Blaulichtorganisation“. Sie sei der wesentlichste Träger der Dorfgemeinschaft und des Miteinanders.

Dass er damit recht haben sollte, zeigte sich bei der Feier im Anschluss. Nachdem verdiente Feuerwehrmitglieder des Abschnitts geehrt wurden, zogen die Festgäste in die Wilfinger-Halle, um gemeinsam das große Jubiläum bis in die frühen Morgenstunden zu feiern.


Zitiert:

„Ich weiß, dass für die Feuerwehrkameraden das Duschen an solchen Tagen oft länger dauert als das Schlafen.“
Landesrat Karl Wilfing hat selbst auf vielen Feuerwehrfesten kellneriert.

„Wenn eine Organisation 125 Jahre ohne Unterbrechung bestehen kann, dann muss sie etwas Besonderes sein.“
Bezirkshauptmann Stefan Grusch

„Es gibt von allem eine Steigerung: Einer ist groß, der andere ist größer. Einer ist Wilfing, der andere ist Wilfinger.“
Es war dem Landesrat eine besondere Ehre, Franz Wilfinger für seine 25-jährige Tätigkeit bei der Immendorfer Wehr auszuzeichnen.

„Wir haben dem Land sparen geholfen und wie du siehst, ist das Geld bei uns gut angelegt.“
Bürgermeister Richard Hogl zu Wilfing über den Ankauf des gebrauchten Feuerwehrfahrzeugs.


Die Geehrten

Ehrenzeichen für 25-jährige Tätigkeit:

Altenmarkt im Thale: Manfred Taglieber

Bergau: Christian Haller, Robert Havlik, Gerald Holzer, Lorenz Maurer

Breitenwaida: Gerhard Loicht

Eggendorf im Thale: Walter Nassek

Frauendorf: Harald Hofbauer

Goggendorf: Manfred Weiner

Guntersdorf: Martin Hausgnost, Erwin Petz, Wolfgang Petz, Walter Plessl

Hollabrunn: Felizian Aberham

Immendorf: Rudolf Freudenthal, Franz Wilfinger

Kalladorf: Leo Fürst

Kammersdorf: Werner Riepl

Magersdorf: Rudolf Loderer

Nappersdorf: Augustinus Andre, Gerald Kautz, Franz Raith

Obersteinabrunn: Johann Appoyer

Porrau: Harald Baumgartner, Manfred Fidler

Puch: Johannes Aichmann

Roseldorf: Herbert Schwarz

Sitzendorf: Johannes Vogelhuber

Sitzenhart: Roland Chilla

Suttenbrunn: Harald Dallamassl

Untergrub: Hannes Kührer

Wullersdorf: Reinhard Brunner, Kurt Ernst

Ehrenzeichen für 40-jährige Tätigkeit:

Breitenwaida: Johann Schaittenberger

Dürnleis: Franz Fischer

Enzersdorf im Thale: Manfred Oberhofer, Josef Schöfberger

Frauendorf: Josef Raidl

Goggendorf: Georg Kemeter

Guntersdorf: Adolf Bachl, Erwin Pfeifer

Hart-Aschendorf: Johann Pamperl

Hetzmannsdorf: Christian Niedermayer, Andreas Niedermayer, Hans Peter Piglmaier

Kalladorf: Leopold Schmidt, Georg Wiesi

Kleinstetteldorf: Günter Forsthuber, Alois Holzapfel

Niederschleinz: Franz Autherith, Hermann Brandenberger, Franz Hummel, Herbert Pauritsch

Oberfellabrunn: Erich Ruff

Obergrabern: Johann Halbemer

Schalladorf: Anton Urban

Schöngrabern: Erich Zeller

Untergrub: Leopold Fröschl

Weyerburg: Johann Hager, Franz Hofmann, Johann Pfeifer, Ernst Weilner

Wullersdorf: Otto Ernst, Karl Holzer

Ehrenzeichen für 50-jährige Tätigkeit:

Eitzersthal: Leopold Wasner

Enzersdorf im Thale: Johann Winkelbauer

Goggendorf: Herbert Kastner

Göllersdorf: Franz Bauer, Karl Bauer

Großnondorf: Otto Platz

Großstelzendorf: Johann Grünberger

Hetzmannsdorf: Karl Bischof

Hollabrunn: Johannes Potschka

Mittergrabern: Franz Hörker, Johann Weber

Obergrabern: Erich Halbemer

Oberstinkenbrunn: Karl Riepl, Josef Weber

Porrau: Franz Holzer, Rudolf Holzer

Roseldorf: Franz Richter

Schöngrabern: Kurt Semmelmeyer

Sitzenhart: Leopold Vogler

60-jähriges Ehrenzeichen:

Guntersdorf: Karl Zeitlberger

Untergrub: Johann Kührer

Nappersdorf: Karl Melchat

Mittergrabern: Josef Sauberer

Immendorf: Leopold Scheibböck

Wullersdorf: Johann Bischof

70-jähriges Ehrenzeichen:

Bergau: Karl Havlik

Enzersdorf im Thale: Hubert Kottinger

Obergrub: Josef Hogl

Verdienstzeichen NÖ Landesfeuerwehrverband 2. Klasse:

Braunsdorf: Erich Kurz

Großnondorf: Karl Bachl

Hart-Aschendorf: Franz Prix

Suttenbrunn: Alfred Ganzberger

Verdienstzeichen NÖ Landesfeuerwehrverband 3. Klasse:

Bergau: Gerald Holzer

Immendorf: Franz Dürr, Josef Kopp

Kammersdorf: Christian Bauer

Oberstinkenbrunn: Maximilian Gritschenberger, Günther Pohorsky

Porrau: Hermann Kaiser, Hermann Riedl