Erstellt am 30. September 2015, 05:42

von NÖN Redaktion

Flüchtlinge: Dritte Familie eingezogen. Erstes Ziel erreicht: Die drei Wohnungen in Pulkau sind nun belegt. Deutschkurse liefen an und der SV Pulkau hat ein Nachwuchskind.

Eine der in Pulkau untergebrachten Flüchtlingsfamilien mit Betreuerin Katharina Pointner (2.v.r.) und Dolmetscherin Cholpon Lahodynsky (2.v.l.). Fotos: privat  |  NOEN, privat

Die Wohnungen, die der Verein „menschen.leben“ für Flüchtlinge anmietet, werden laufend belegt. Das berichtet Pressesprecher Jörg Trobolowitsch. In Pulkau ist nun die dritte Familie eingezogen.

„Damit haben wir in dieser Gemeinde mit drei Elternpaaren und sieben Kindern in drei Wohnungen die geplante Klientenanzahl bereits erreicht“, erzählt er. Jene Familie, die in Kleinriedenthal wohnte, zog nach Pulkau weiter. Fünf Flüchtlinge wurden aber auch dort wieder aufgenommen.

„Die Direktorinnen berichten von einer enormen
Lernbereitschaft der Kinder. Die Schulen sind
auch äußerst engagiert.“
Projektkoordinatorin Katharina Pointner

Die Deutschkurse in Pulkau sind bereits gestartet und finden täglich, Montag bis Freitag, jeweils eine Stunde statt. Der pensionierte Sonderschullehrer Hermann Müller führt diese ehrenamtlich durch und wird von einer Freiwilligen unterstützt. Der Raum wird von der Pfarre Pulkau zur Verfügung gestellt.

Alle sieben Pulkauer Flüchtlingskinder sind in den örtlichen Schulen und im Kindergarten untergebracht. „Die Direktorinnen berichten von einer enormen Lernbereitschaft der Kinder. Die Schulen sind auch äußerst engagiert und organisieren eigene Lerneinheiten“, berichtet Projektkoordinatorin Katharina Pointner von enormen Fortschritten der Schüler.

Auch in puncto Sport und Integration gibt es Erfreuliches zu berichten: „Der kleine Mohammad hat an seinem ersten Schultag im Turnunterricht mit seinem Fußballspiel so begeistert, dass er mittlerweile mit der Kindermannschaft des SV Pulkau trainiert und hoffentlich bald in der Meisterschaft mitspielen kann.“

„Sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft“

Besonders freut sich Barbara Gerhart über die positive Entwicklung: Sie ist Pulkauerin, in der Geschäftsführung des Vereins „menschen.leben“ tätig und hat mit der Stadtgemeinde diese Initiative gestartet. „Wir sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und sehr dankbar für jede Unterstützung“, freut sie sich.

„Nicht nur, dass die Wohnungen zum Großteil mit Spenden der Pulkauer ausgestattet werden konnten – von Möbeln, Vorhängen über Geschirr bis hin zu Garderobenhaken und Putztüchern; wir erhalten auch laufend Anfragen und Hilfsangebote von Privaten und Geschäften“, ergänzt sie. „Wir wollen in den nächsten Wochen ein Treffen organisieren, damit ehrenamtliche Unterstützung und weitere erforderliche Sachspenden gezielter organisiert werden können.“


Infostelle

Auch für Gemeinden, die noch keine Flüchtlinge untergebracht haben, dies aber in Erwägung ziehen, steht der Verein für Informationsgespräche – auch vor Ort in den Gemeinden – zur Verfügung: office@menschen-leben.at.