Erstellt am 25. November 2015, 04:18

von Günter Rapp

Flüchtlingshilfe: Es wird auch Kritik laut. Bemühungen um Betreuung der Asylsuchenden wird von manchen ausländerfeindlichen Äußerungen negativ überschattet, berichtet „Deutschlehrer“ Stefan Scherz.

Ihnen gibt Direktor i.R. Stefan Scherz Deutschunterricht: Rachman und Bibi (Mitte) haben fünf Kinder, die älteste Tochter Pari (r.) hat mit ihrem Mann (l.) zwei Kinder. Foto: Scherz  |  NOEN, Scherz

Wie berichtet, gibt der langjährige Volksschuldirektor und jetzt Pensionist Stefan Scherz aus Ebersbrunn den Asylsuchenden, die bei der Familie von Bürgermeister Martin Gudenus in einem Nebengebäude des Mühlbacher Schlosses untergebracht sind, Deutschunterricht. „Das Lernen war bisher sehr konstruktiv und erfreulich!“, berichtet Scherz. „Diese Familie strahlt so viel Empathie und Lernwilligkeit aus!“

Was derzeit für die Flüchtlinge in der Großgemeinde Hohenwarth-Mühlbach benötigt wird, sei Spielzeug für die kleinen Kinder. Um ABC-Spiele, Lernspiele und Mathematikunterlagen für die Schulkinder und Eltern wird gebeten. Der erste Sack mit Spielzeug und Plüschtieren ist in der Vorwoche eingetroffen. Sachspenden können bei Stefan Scherz (0664-73544458) avisiert werden.

Der Schulmann in Ruhe musste aber auch schon manche Kritik einstecken: Wenn die Österreicher etwas brauchen, ist kein Geld da und für die Flüchtlinge werden Millionen ausgegeben, heiße es. Scherz: „Ich soll mich gefälligst um inländische Menschen kümmern, die Hilfe brauchen und die Ausländer soll man heimschicken, hat man mir gesagt. Die nehmen uns nach Ansicht dieser Menschen nur die Arbeitsplätze weg.“