Erstellt am 19. Oktober 2015, 09:47

von Ulrike Grünauer

17 Sprachen in einem Haus. Mit einer multikulturellen Veranstaltung galt es, den ersten runden Geburtstag des Frauenhauses in Hollabrunn zu feiern.

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„In den vergangenen zehn Jahren wurden insgesamt 600 Frauen und Kinder in unserer Einrichtung betreut“, ließ Barbara Gerhart, geschäftsführender Vorstand des Vereines menschen.leben, die Gäste wissen, in welcher Größenordnung sich die Betreuung alleinstehender Asylwerberinnen in Hollabrunn abspielt.

Kamen anfangs nach der Gründung im Jahr 2005 die meisten schutzsuchenden Frauen aus Tschetschenien, sind heute vor allem die Nationen Somalia, Syrien und Afghanistan vertreten.

„Es gab Zeiten, wo bis zu 17 verschiedene Sprachen bei uns im Haus gesprochen wurden“, erinnerte sich Einrichtungsleiterin Gabriella Burkhart.

„Sie geben diesen Menschen die Hoffnung zurück“

Zwei Drittel der „Haus der Frauen“-Bewohner bestehen aus den Kindern der Klientinnen. Laut Burkhart, die seit fünf Jahren die Leitung innehat, ist der Raum mit den Kinderwägen mit einem Fuhrpark zu vergleichen und Landesrat Maurice Androsch scherzte bei seiner Rede, dass als nächstes Projekt wohl eine Tiefgarage errichtet werden sollte.

Bürgermeister Erwin Bernreiter, Landtagsabgeordneter Richard Hogl und Androsch dankten dem Verein „menschen.leben“ und seinen Mitarbeitern für das Engagement. „Für uns ist es gar nicht vorstellbar, was diese Menschen erleben. Sie geben diesen Menschen die Hoffnung zurück“, zeigte sich der Landesrat stolz, was in solchen Einrichtungen geleistet wird.

Begleitet von einer Trommelperformance mit teils exotischen Musikinstrumenten von „Bernhard Weiss & Guests“ trugen einige Frauen und Mädchen traditionelle Märchen aus ihren Heimatländern vor und gaben somit Einblick in ihre Kulturen. Beim anschließenden Buffet waren dann die Gäste am Zug. Sie waren eingeladen, auf einer Landkarte die Heimatländer der Bewohnerinnen zu markieren. Wie sich herausstellte, war das gar keine so einfache Aufgabe.