Erstellt am 08. Februar 2016, 10:00

von Sandra Frank

Freistaat feierte seinen Pinkelstein. Alle vier Jahre ertönt der Schlachtruf der Raschalaer „Köllamauna“ in der Kellergasse: „Pipiiii!“ Vergangenen Faschingssonntag war es wieder so weit: Pinkler und Oberpinkler sind dem „feuchten Ruf gefolgt, um den berühmten Stein zu huldigen“, wie es Pinkelpräsident Helmut Leierer ausdrückte.

 |  NOEN, NÖN
Hubert Nowak, ein „Uringestein“ der Raschalaer Kellergasse, führte durch das Programm. Zuallererst stellte er den Zeitzeugen Frantischek vor, der die über 800-jährige Geschichte von Raschala erzählte. In jüngster Vergangenheit, genau vor 20 Jahren, hatten es die Raschalaer satt, zur Stadtgemeinde Hollabrunn dazu zu gehören und riefen den Freistaat aus.

Um den Pinkelstein gebührend zu feiern – immerhin gibt es ihn bereits seit 40 Jahren-, waren nicht nur Hollabrunns Bürgermeister Erwin Bernreiter oder Nationalratsabgeordnete Eva-Maria Himmelbauer gekommen, zwei der Ehrenjungfrauen, die vor 40 Jahren den Pinkelstein enthüllten, traten, zur Begeisterung des Publikums, wieder auf.

Aber nicht nur der Stein wurde an diesem Tag gefeiert, auch der 85er von Kellergassenpapst Leierer wurde begossen. Zwei Sandler, Gerhard Hofbauer und Alfred Pfeifer,  erinnerten sich an die bisherigen Leistungen des Kellergassen Papstes.

„Nur mit der Belebung des Hollabrunner Stadtkern hat man ihn noch nicht betraut“, kritisierten die beiden. Das könne er ja dann zu seinem 100er machen. Wie er das angehen will, wussten die beiden ebenfalls: „Statt einer Einkaufsmeile macht er eine Weinsaufzeile.“  Für ihren Präsidenten hatten die „Köllamauna“ natürlich ein Geschenk parat: Kein Wein oder eine nackte Frau sollten es sein, sondern ein  Fasslboden, der an die 40er Feier des Pinkelsteins erinnert.

Was beim Jubiläumsfest rund um den ehrwürdigen Stein natürlich nicht fehlen durfte, war ein Auftritt von Wolfgang Amadeus Mozart. Immerhin ist er Schuld daran, dass die Raschalaer in jedem Schaltjahr dieses Fest feiern. Denn wie jeder weiß, hielt Mozart im Jahre 1787 in Raschala an, um sich zu erleichtern.

Angekündigt von Falco (Helmuth Semmelmeyer) und vier heißen Damen (Franz Stockinger, Günter Schnötzinger, Franz Satzinger jun. und Florian Steinwendtner) feierte „Woiferl“ (Reinhold Rieger) seinen Auftritt: „Raschala, das ist mein Revier!“