Erstellt am 20. Mai 2016, 05:04

von Sandra Frank

Führungswechsel: „Wir müssen uns komplett erneuern“. Herbert Bauer ist nicht mehr Chef der SPÖ Nappersdorf-Kammersdorf. Gewerkschafter Franz Fischer übernimmt das Amt.

Der Nappersdofer Franz Fischer ist Vorsitzender der SPÖ Nappersdorf-Kammersdorf. Foto: Frank  |  NOEN, Frank
„Dass ich mit 57 noch so Karriere mach‘ ...“, schmunzelt Franz Fischer, neuer Vorsitzender der SPÖ Nappersdorf-Kammersdorf. Das Bundeskanzleramt strebe er aber nicht an, fügt er lachend hinzu.

„Wir müssen uns um neue Mitglieder
kümmern, vor allem um junge ...“
Neo-Vorsitzender Franz Fischer


Die ehemalige Vizebürgermeisterin Maria Schodl verließ den Gemeinderat bereits (die NÖN berichtete). Mit 10. Mai haben nun auch Josef Hofmann und Alt-Bürgermeister Herbert Bauer ihre Sitze im Gemeinderat zur Verfügung gestellt. Bauer übergab außerdem den Vorsitz in der Partei. „Herbert war seit 1980 durchgehend im Gemeinderat, er hat schon viel erlebt“, weiß Fischer.

Der Nappersdorfer leitet nun also die Geschicke der Sozialdemokraten. Zu allererst musste er sich um die Nachfolge der scheidenden Mandatare kümmern. Bauer und Hofmann werden durch den Haslacher Peter Langecker (54) und den Kleinweikersdorfer Robert Herret (61) ersetzt. Diese gilt es nun einzugliedern, da beide keine Erfahrung als Mandatare haben. Ihren Einstand geben sie bei der Sitzung am 30. Mai, bei der sie angelobt werden.

„Wir müssen uns komplett erneuern“, weiß Fischer, dass viel Arbeit auf ihn wartet. Die Basis gehört saniert, denn der Altersdurchschnitt der amtierenden Mandatare sei hoch. „Wir müssen uns um neue Mitglieder kümmern, vor allem um junge ...“, spricht der ÖBB-Bedienstete über seine Aufgaben.

Verhältnis zu Pompe: „Zwischen uns passt das Klima“

„Ich muss ehrlich sagen, eine Karriere in der Gemeindepolitik war nie mein Ziel.“ Er sei mit Leib und Seele Arbeitnehmervertreter, im ÖGB und der Arbeiterkammer engagiert. Doch da mit Bauers Rücktritt Not am Mann war, war der Mandatar zur Stelle.

Als Schodl sich aus dem Gemeinderat verabschiedete, nannte sie den Umgangston, der sich im Gemeinderat sehr verschlechtert habe, als Rücktrittsgrund. Das kann Fischer nur bedingt nachvollziehen. Sein Verhältnis zu ÖVP-Bürgermeister Gottfried Pompe? „Zwischen uns passt das Klima. Wir kennen uns ja nicht erst seit zwei Tagen, wir sind beide in Dürnleis aufgewachsen.“

Für den Gewerkschafter ist wichtig, dass für die Bürger gearbeitet wird. „Dafür sind wir gewählt, um das Beste für die Gemeindebürger herauszuholen“, sind Parteizugehörigkeiten in der Gemeindearbeit Nebensache.

Darum will er sich auch regelmäßig mit dem Bürgermeister zusammensetzen, um Anliegen und Projekte zu besprechen. „Wir wollen von Anfang an dabei sein und nicht im Nachhinein informiert werden.“