Erstellt am 29. September 2015, 08:54

von Jutta Hahslinger

Fußballturnier: Eltern außer Rand und Band. Überschwängliche Freude über den kickenden Sohnemann brachte Mostviertler Faustschlag mit schwerer Gesichtsverletzung ein.

 |  NOEN, Wolfgang Wallner

Mit Häme konterte ein Markersdorfer, als er beim Kinder-Fußballturnier in Hollabrunn am 13. Juni dieses Jahres Unmutsäußerungen über den Sieg der Mostviertler Elf von der Zuschauertribüne vernahm.

„Sie waren stärker, die Gegner aus Wien chancenlos – sie haben verdient verloren“, kommentierte der 44-Jährige lautstark die Leistung der Gewinner-Mannschaft seines Sohnes und erregte damit die erhitzten Gemüter noch mehr.

„Dann ist es mit mir durchgegangen“

Ein verbaler Schlagabtausch zwischen einem 49-jährigen Beamten aus Wien und dem Mostviertler entbrannte und eskalierte: Der aufgebrachte Wiener versetzte dem 44-Jährigen einen folgenschweren Faustschlag ins Gesicht. Das Opfer erlitt mehrfache Knochenbrüche im Gesicht und konnte sieben Wochen nur flüssige oder breiige Nahrung zu sich nehmen.

„Er hat auf die Kinder geschimpft, ich schimpfte zurück und dann ist es mit mir durchgegangen. Ich habe leider einmal zugeschlagen“, gesteht der Wiener vor Gericht. Als Geste des Bedauerns drückt er dem Opfer 1.000 Euro in die Hand: „Für die Schmerzen, es tut mir wirklich sehr leid.“

„Vorbildhaft haben sich beide nicht verhalten,“ kommentiert Richter Manfred Hohenecker (Foto unten) das unsportliche Verhalten der beiden Fans. Er lässt über den bislang unbescholtenen und reumütigen Wiener Milde walten: Verfahrenseinstellung gegen Bezahlung einer Geldbuße von 4.000 .