Erstellt am 03. Dezember 2015, 11:28

von NÖN Redaktion

Gemeindearbeiten: Flüchtlinge packen mit an. Asylwerber packen in Pulkau bei Gemeindearbeiten mit an. Der Verein „menschen.leben“ fand indes Quartiere in Retzbach für 15 Menschen, die geflüchtet sind.

Sultan, Farid, Gemeindearbeiter Lukas Jordan und Halid (v.l.) beim gemeinsamen Arbeitseinsatz im Pulkauer Rieckhaus. Foto: menschen.leben  |  NOEN, menschen.leben

Der Verein „menschen.leben“ hat im Projekt „Betreutes Wohnen Retzer Land“ Platz für Flüchtlinge gefunden, zuletzt in der Gemeinde Retzbach. 15 Personen aus Afghanistan und Syrien sind derzeit in Wohnungen des früheren Zollhauses untergebracht. Die Kinder gehen in die Schule oder in den Kindergarten.

Ortschef: „Ich könnte nichts Negatives sagen“

Zwei 15-jährige Burschen besuchen einen Deutschkurs. Sie werden voraussichtlich Ende des Monats gemeinsam mit unbegleiteten Minderjährigen aus dem Studentenheim in Hollabrunn in die dort neu geschaffene Übergangsklasse gehen.

„Ich könnte nichts Negatives sagen“, berichtet Bürgermeister Manfred Nigl von freundlichen Asylwerbern. Und: „Es gibt sehr viele Freiwillige, die mit ihnen etwas unternehmen.“

Das Engagement der Bevölkerung begann schon bei der Ausstattung der Wohnungen. Ehrenamtliche lernen mit den Flüchtlingen Deutsch im Gemeindeamt. „menschen.leben“ sucht weitere Freiwillige, die bei den Fahrtendiensten oder der Lernbetreuung helfen möchten.

Wohnraum wird weiterhin benötigt

Die Flüchtlinge, die aus Afghanistan und Tschetschenien nach Pulkau gekommen sind, helfen indes der Gemeinde. Sie leisten gegen einen geringfügigen Lohn gemeinnützige Arbeiten wie Laub rechen, Müll wegräumen und mehr.

Der Verein könnte weiteren Flüchtlingen helfen, benötigt dazu aber Wohnraum. Wer ein Quartier zur Verfügung stellen will, kann sich bei Barbara Gerhart (wohnungen@menschen-leben.at) melden.

„Wir mieten die Wohnungen an, sorgen für die Abwicklung aller Formalitäten mit dem Land Niederösterreich, kommen mindestens dreimal pro Woche ins Quartier und stehen sowohl Vermietern als auch Asylwerbern für Fragen zur Verfügung“, erklärt Gerhart, stellvertretende Geschäftsführerin des Vereins „menschen.leben“.