Erstellt am 11. März 2016, 04:54

von Sandra Frank

Gewaltfreies Leben? „Ohne Ungeduld ändert sich nichts“. Über ein gewaltfreies Leben wurde im AMS Hollabrunn debattiert. Bis Ende April gibt es dazu eine Ausstellung.

Beim Netzwerkcafé wurde rund um das Thema Gewalt diskutiert, beim gemütlichen Teil im Anschluss war die Stimmung dann gelöst: Josef Mukstadt, Karl Fakler, die designierte Stadträtin Elisabeth Schüttengruber-Holly (knieend, v.l.) sowie die Musiker Manfred Hauser und Doris Brammer, Christine Maringer, Marianne Lembacher, Otokar und Lenka Baburek, Christine Krapfenbauer-Cermak, Claudia Öller, Ursula Hein, Ursula Halmàgyi, Romeo Bisutti und Mailbergs Bürgermeister Herbert Goldinger (stehend, v.l.). Foto: Sandra Frank  |  NOEN, Sandra Frank
Am Ende des Abends strahlten AMS-Leiter Josef Mukstadt und Gender-Mainstreaming-Beauftragte Claudia Öller, beim traditionellen Netzwerkcafé im AMS zum Internationalen Frauentag war mit über 100 Besuchern ein neuer Rekord zu verzeichnen.

Und das, obwohl es sich um das ernste Thema „Gewalt gegen Frauen“ drehte. Ursula Hein, Geschäftsführerin des Frauenberatungs- und Bildungszentrums „Frauen für Frauen“, sprach davon, dass 20 Prozent aller Frauen in Österreich von verschiedenen Formen der Gewalt betroffen sind.

Hier reiche das Spektrum von körperlicher Misshandlung über psychische Gewalt und die sogenannte „ökonomischen Gewalt“, wenn Frauen finanziell an der kurzen Leine gehalten werden und darum kein eigenständiges Leben führen können, bis hin zur strukturellen Gewalt. So nennt es Hein, wenn es Frauen von der Gesellschaft verwehrt wird, so zu leben, wie Männer – etwa im Bildungsbereich.

Einer, der sich mit der anderen Seite, nämlich mit den Tätern bzw. Männern und Burschen, die selbst Opfer von Männergewalt wurden, beschäftigt, ist Romeo Bisutt, Obmann der White Ribbon Männerberatung.

Männerberatung gegen eine Spirale der Gewalt

Der Psychologe weiß, dass besonders Letztere es sich zum Vorsatz machen, nie wieder schwach zu sein. „Aber genau dann beginnen Gewaltkarrieren“, weiß Bisutti. Die Aufgabe der Männerberatung, von der es übrigens auch eine Gruppe in Hollabrunn gibt, sei es, diese Gewaltspirale zu beenden.

Mit dem Thema „Gewaltfreies Leben“ setzten sich auch sechs Künstler – Lenka und Otokar Baburek, Christine und Norbert Maringer, Ursula Halmágyi und Christine Krapfenbauer-Cermak – auseinander. Die Ausstellung ist im AMS noch bis Ende April zu sehen.

Beim Thema Gleichstellung von Mann und Frau in Gesellschaft und Arbeitswelt habe sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr vieles getan, stellte Karl Fakler, Landesgeschäftsführer des AMS, fest. Wissend, dass diese Entwicklung den meisten Menschen zu langsam gehe. „Es liegt an unserer Ungeduld, dass es uns zu langsam geht. Aber ohne Ungeduld ändert sich eben auch nix.“

Das Ziel, welches der 62-Jährige verfolgt und sich für die Gesellschaft wünscht, sei, „dass die Geschlechter in den Ansprüchen ans Leben gleich sein müssen“.

Übrigens: Fakler nutzte den Rahmen, Mukstadt und Öller den Genderpreis des AMS zu überreichen.