Göllersdorf

Erstellt am 14. Oktober 2016, 05:28

von Sandra Frank

Bahnhofspitz: Wohin mit dem Schutt?. Um die Anrainer vom Lärm der Baustellenfahrzeuge zu befreien, forderte Opposition anderen Lagerplatz. Weil es nur temporäre Belastung sei, lehnte die ÖVP ab.

Schutt, Erde, Holz und sonstige Baumaterialien werden dort zwischengelagert, wenn in der Gemeinde gebaut wird. Der Verkehr, der mit diesem Lagerplatz frühmorgens einhergeht, stört die Anrainer. Die Opposition forderte ein Ablagerungsverbot. Doch die ÖVP lehnte ab.  |  privat

Der sogenannte Bahnhofspitz – gegenüber des Martinshofs – wird in Göllersdorf von einer Firma benutzt, um Baumaterial oder auch Schutt zwischenzulagern. Da sich Anrainer durch den Lärm, der durch Baustellenfahrzeuge in der Früh erzeugt wird, gestört fühlen, brachte die SPÖ gemeinsam mit den Grünen und der FPÖ den Antrag ein, die Lagerung von Baumaterial zu untersagen.

„Ich bin schon öfter darauf angesprochen worden. Ich hab’ mir aber immer gedacht, dass die Lebensqualität der Anrainer durch vier Erdhaufen nicht beeinträchtigt wird“, leitet Michael Deninger (Die Grünen) die Diskussion ein. Doch als ihm die Anrainer mitteilten, dass Lkw und Co. ab 6 Uhr morgens dort unterwegs sind, habe er den Antrag der Sozialdemokraten unterstützt.

„Es freut uns, dass der Platz schon geräumt ist“, schmunzelte SPÖ-Gemeinderat Herbert Poisinger. Denn Ende September war der Bahnhofspitz von einen auf den anderen Tag geräumt. „Weil Untergrub fertig ist“, erklärte Bürgermeister Josef Reinwein (VP) trocken, dass eine Baustelle fertiggestellt wurde und der Lagerplatz nun nicht mehr benötigt werde.

„Es kann nicht sein, dass man an einem zentralen Platz nichts mehr lagern darf! Es geht hier ja nur um temporäre Baustellen.“ Martin Holzer (ÖVP)

„Man muss sich schon arrangieren“, konnte Martin Schirmböck (VP) dem Antrag nichts abgewinnen. Wenn die Gemeinde die Zwischenlagerung nicht mehr erlaube, müsse sie auch den Bürgern untersagen, Baumaterialien auf dem Gehsteig abzustellen. „Wir wollen den Firmen kein Ei legen“, betonte Stefan Hinterberger (SP). Da jedoch immer derselbe Personenkreis betroffen sei, sollte die Gemeinde von einem Lagerplatz mitten im Ort absehen.

„Es kann nicht sein, dass man an einem zentralen Platz nichts mehr lagern darf! Es geht hier ja nur um temporäre Baustellen“, sieht Martin Holzer (VP) den Oppositions-Antrag nicht ein. „Ich erwarte mir Vorschläge, wo die Firmen alternativ ihre Materialien lagern können“, warf Reinwein in die Diskussion ein. Denn durch diesen zentralen Lagerplatz sei die Baufirma der Gemeinde bei Kleinigkeiten ebenfalls entgegengekommen. „Es kann aber nicht sein, dass dort ewig etwas gelagert wird. Das ist ja ein Witz!“, schaltete sich auch Josef Brandl (FP) in die Debatte ein.

„Am besten bauen wir nix mehr ...“, tönte es aus den Reihen der ÖVP. Der Stimmung entsprechend wurde der Antrag, keine Lagerungen mehr zu genehmigen und nach Alternativen zu suchen, von der Bürgermeisterpartei abgelehnt.