Göllersdorf

Erstellt am 05. April 2017, 03:15

von Christian Pfeiffer

Weinhappel als bester Opernsänger ausgezeichnet. Thomas Weinhappel wurde als „Hamlet“ zum „Besten Opernsänger des Jahres“ gekürt.

Auszeichnung und Preisträger strahlen um die Wette: Thomas Weinhappel mit dem „Thalia-Preis“.  |  zVg

Preisverleihungen haben zumeist ein gewohntes Schema und die echte Überraschung der Ausgezeichneten hält sich in Grenzen. Am 25. März verhielt es sich in der Prager Staatsoper allerdings anders. Dort wurde zum 24. Mal der tschechische Staatspreis „Ceny Thálie“, übersetzt „Thalia-Preis“, in der Kategorie „Bester Opernsänger des Jahres“ vergeben.

„Zerrissener Romantiker wie aus dem Lehrbuch“

Zu den Nominierten zählte auch der Göllersdorfer Opernsänger Thomas Weinhappel. In der Regel besteht das Feld der Preisträger in spe nur aus tschechischen Künstlern. Insofern war schon die Nominierung eine große Ehre und Überraschung für den jungen Bariton.

Auf die Liste der vorgeschlagenen Gewinner hatte es Weinhappel mit seiner Gestaltung des „Hamlet“ geschafft. Die Rolle des zweifelnden und zaudernden Königssohns gilt als eine höchst anspruchsvolle Partie. Gesungen hat er den Titelhelden der Oper von Ambroise Thomas in einer Produktion des Nationaltheaters Ostrau unter der Regie von Radovan Lipus.

„Der Oper von Ostrava gelang es, in dem österreichischen Bariton Thomas Weinhappel den idealen Vertreter des Hamlet zu finden“, lautete eine der Kritiken nach der Premiere. Eine andere schwärmte: „Weinhappel machte Hamlet mit großen Gesten und fließenden Bewegungen zum zerrissenen Romantiker wie aus dem Lehrbuch.“

Mit viel Glück, Zufall und Demut zum Erfolg

Dieser Einschätzung schloss sich die Jury des „Thalia-Preises“, ein Staatspreis, an. Sie bescheinigte Weinhappel einhellig, sowohl gesanglich als auch durch seine schauspielerischen Qualitäten der „ideale“ Hamlet zu sein. „Als junger Sänger ist so ein Preis eine Chance; da kann man was daraus machen“, so der Geehrte.

Er selbst erlebte den Moment der Preisverleihung in der Prager Staatsoper sehr emotional. „Ich habe wirklich nicht damit gerechnet und war im ersten Moment völlig sprachlos.“

Die Überraschung ist Weinhappel zu glauben, denn mit ihm erhielt erstmals ein Österreicher diesen prestigeträchtigen Preis. „Das macht mich schon stolz, der erste Österreicher sein zu dürfen, der diesen Preis erhält“, empfindet der Göllersdorfer auch etwas Nationalstolz. „Was aber überwiegt, ist die Demut. Es braucht so viel Glück und ein paar Zufälle, um so weit zu kommen.“

Auch wenn bereits erste Anfragen von Opernhäusern bei ihm eintrudeln, um die Bodenständigkeit von Thomas Weinhappel muss man sich keine Sorgen machen. „Denn ich bin nicht nur der erste Österreicher, der den Preis erhält, sondern natürlich auch der erste Göllersdorfer“, sagt er mit einem Schmunzeln.