Erstellt am 31. Oktober 2015, 05:02

von Christoph Reiterer

„Woodstock-Rathaus“ soll abgerissen werden. Die Gemeinde sehnt bereits ein neues Amt herbei. Dieses soll am alten Standort im Zentrum bleiben – mit Wohnungen.

Nicht nur von außen ist unschwer zu erkennen, dass das Göllersdorfer Rathaus aus einer Zeit stammt, in der das Wort »Energieeffizienz« noch nicht zum Sprachschatz der Verantwortlichen zählte. Allzu lange wird das Gebäude nicht mehr stehen. Am Foto v.l.: Christine Holzer, Annemarie Bauer, Martin Schirmböck, Karl Wilfing, Franz Mattes, Josef Reinwein, Eva-Maria Himmelbauer. Foto: NÖN  |  NOEN, NÖN

Ein Woodstock-Bau aus 1969, energietechnisch eine Katastrophe, verkehrt errichtet mit Verwaltung und Polizei im oberen Stock und der ehemaligen Post, die jetzt als Lagerraum dient, im Erdgeschoß: Wie sehr die Göllersdorfer ein neues Rathaus herbeisehnen, erfuhr vergangene Woche auch Landesrat Karl Wilfing, der im Rahmen des ÖVP-Weinvierteltages zu Besuch war. Langsam wird das Projekt konkret.

„Das Rathaus gehört hierher ins Zentrum“

Gemeinsam mit einer Wohnbaugenossenschaft ist bereits eine Studie in Arbeit. Fix ist schon, dass das alte Gebäude abgerissen werden soll. Das Gelände mit dem Bauhof soll in den Neubau miteinbezogen werden und es sind auch Wohnungen geplant.

„Es hat eine Debatte gegeben, ob wir das neue Rathaus auf die grüne Wiese bauen sollen, aber es gehört hierher ins Zentrum“, erklärte Bürgermeister Josef Reinwein und erntete Zustimmung von Nationalrätin Eva-Maria Himmelbauer, Vizebürgermeisterin Annemarie Bauer und seinen Gemeinderäten Martin Schirmböck, Christine Holzer und Franz Mattes. Vorläufige Kostenschätzungen belaufen sich auf zweieinhalb Millionen Euro.

Windkraft-Erinnerungen: „Wir haben’s überlebt“

Auch Landesrat Wilfing erzählte von einem ähnlichen Projekt in seiner Nachbargemeinde Wilfersdorf. Für die Zeit der Bauarbeiten müsse natürlich ein Ersatzquartier fürs Amt her.

Neugierig war Wilfing auch noch, was das Windkraft-Thema betrifft, das in der Gemeinde über einen langen Zeitraum so heftig diskutiert wurde. Das hat sich nun erübrigt, weil Göllersdorf nicht als Eignungszone ausgewiesen wurde. „Der Zonenplan ist für uns ein paar Jahre zu spät gekommen, aber wir haben’s überlebt“, meinte Umweltgemeinderat Schirmböck.

„Die Wogen haben sich halbwegs beruhigt“, nickte Annemarie Bauer, ehe die Ehrengäste noch in die Neue Mittelschule und in die Volksschule geführt wurden, die von den Direktorinnen als moderne, gut funktionierende Lehranstalten präsentiert wurden.

In der NMS wird seit zwei Wochen ein Flüchtlingskind betreut. „Durch den großen Einsatz der Lehrer, die dafür auch ihre Freizeit opfern, funktioniert das gut“, lobte Direktorin Maria Graf ihr Team. In der Nachmittagsbetreuung sind 57 Kids angemeldet. Vor allem die Lernstunden kommen sehr gut an.