Erstellt am 05. November 2015, 04:17

von Christoph Reiterer

Götzinger: "Und der Pfusch blüht". Göllersdorfer Unternehmer Gernot Götzinger ist über die Vorgangsweise des Gesetzgebers empört. „Wieder trifft’s die Kleinen.“

Exekution des neuen Gesetzes bereits 2016? »Da lass' ich mich lieber in Handschellen abführen«, sagt Gernot Götzinger.  |  NOEN, Foto: NÖN

„Beraten statt Strafen“, appelliert Präsidentin Sonja Zwazl im aktuellen Blatt der Wirtschaftskammer NÖ und meint damit die Registrierkassenpflicht, die den Betrieben, die ohnehin schon mit einer Fülle an Vorschriften konfrontiert sind, nun zusätzlich zu schaffen macht. Einer, der darüber tobt, ist der Göllersdorfer Unternehmer Gernot Götzinger.

„Ich habe schon viel erlebt, aber das ist momentan der Höhepunkt. Erschüttern! Und zwar branchenübergreifend“, hält der Inhaber einer Baugesellschaft die neue Regelung für völlig verfehlt. Der Gesetzgeber habe ewig lange daran herumgemurkst und die Betroffenen sollen jetzt binnen kürzester Zeit darauf reagieren. „Das ist einfach nicht durchdacht. Und treffen tut es die Kleinunternehmer, während der Schwarzmarkt weiter blüht und es bei den Profi-Pfuschern um Millionen geht“, ist Götzinger stinksauer.

„Da lass‘ ich mich lieber in Handschellen abführen“

Für den Göllersdorfer ist auch klar, dass eine Steuerrückvergütung für die entstehenden Kosten her muss. Alles andere wäre eine bodenlose Frechheit. „Da lass‘ ich mich lieber in Handschellen abführen.“
Am Markt koste das neue Gesetz jedenfalls nur Substanz – in einer Phase, in der man die Wirtschaft eigentlich ankurbeln sollte. Selbst Steuerberater seien sich in der Sache nicht im Klaren. „2016 als Testjahr wäre okay“, gibt sich Götzinger dann doch versöhnlich.

Für 2017 sollen die Betriebe dann eingestuft werden, ob sie eine Registrierkassa brauchen. Alles andere sei nicht zumutbar, erwartet der Unternehmer jetzt klare Worte von den Sozialpartnern.