Erstellt am 23. Dezember 2015, 03:38

von Karin Widhalm

Großes Vorhaben: Ein Heim für die Musiker. Die Stadtgemeinde packt die Finanzierung eines neuen Probenraumes an. Schulden können bis Ende 2016 abgebaut werden.

Das wird der Sitz des neuen Musikerheimes. Foto: Karin Widhalm  |  NOEN, Karin Widhalm

Die Finanzen standen bei der Gemeinderatssitzung am vorigen Mittwoch im Mittelpunkt: Der Gemeinderat genehmigte einstimmig Nachtrags- und Budgetvoranschlag. Eine Großinvestition wird der Trachtenkapelle zugutekommen.

„Für 2016 bleibt uns nicht viel Luft“

Im Nachtragsvoranschlag werden unvorhergesehene Kosten festgehalten. Konkret betrifft das die Straßenerneuerungen in Pulkau, vor allem in der Berg- und Hirtengasse. So musste eine Steinmauer gefestigt werden. Sie drohte mitsamt dem dahinterliegenden Grundstück abzurutschen.

Unbenutzte Kellerröhren sind zum Teil eingestürzt. Die Kanal- und Wasserleitungen verursachten mehr Ausgaben als ursprünglich vorgesehen. Die Böschung in der Mühlgasse wurde zudem befestigt.

„Damit haben wir nicht gerechnet“, erklärt Bürgermeister Manfred Marihart (ÖVP). „Alles zusammen hat einiges an Geld ausgemacht.“ 74.600 Euro betragen insgesamt die Mehrausgaben veranschlagt. Das Geld wird gebraucht für: Straßenbau, Güterwege, Kanal und Wasser sowie dem Zubau des Feuerwehrhauses (24.000 Euro). Zur Deckung wird der Überschuss, der sich im Rechnungsabschluss 2015 ergeben wird, eingesetzt.

„Für 2016 bleibt uns deswegen nicht viel Luft“, fügt Marihart hinzu. Investitionen sind im Voranschlag dennoch vorgesehen: Die Trachtenkapelle wird für ihre Zusammenkünfte mehr Platz haben. Geprobt wird derzeit im Pöltingerhof: Der Raum, der in den 1960er Jahren für 20 Mitglieder ideal war, ist für die 60 Musiker heute zu klein. „Das geht sich hint‘ und vorn‘ nicht aus“, schildert der Gemeindechef. „Und es ist nicht mehr zeitgemäß: Es passt akustisch nicht.“

50.000-Euro-Kredit im Voranschlag vorgesehen

Michael Degenfeld ist mit seiner Ordination ins Rotkreuz-Haus gewechselt, deswegen ist nun im Haus nächst dem Pöltingerhof Platz frei. „Man muss nicht viel umbauen“, erklärt Marihart.

Die Mitglieder wollen Eigenleistungen einbringen. Der Probensaal ist der teuerste Brocken: Der Bürgermeister rechnet mit 400.000 Euro. Er wird dem Gebäude zugebaut. Die Fassade und das Dach sind außerdem „nicht wirklich in einem großartigen Zustand“. Man rechnet mit Kosten von bis zu 800.000 Euro.

110.000 Euro plus ein 50.000-Euro-Kredit sind im Voranschlag 2016 vorgesehen, „um auf Fördermittel einen Zugriff haben zu können“. Marihart versucht, mithilfe der Landesregierung eine Finanzierung zu ermöglichen. Im außerordentlichen Haushalt sind zudem 23.000 Euro für den Straßenbau, 10.000 Euro für Güterwege und noch 4.000 Euro für den Feuerwehrhaus-Zubau vorgesehen.

Eines hebt Marihart hervor: Der Schuldenstand beläuft sich am 31. Dezember 2015 auf 3.734.700 Euro und kann bis Ende 2016 voraussichtlich abgebaut werden (3.415.700 Euro).

Zum Schluss betonen der Bürgermeister, Vize Leo Ramharter und SPÖ-Fraktionschef Kurt Hofbauer den Zusammenhalt innerhalb des Gemeinderates hervor. Das kann Erwin Röck, einziger Stammzuhörer und damit Repräsentant des Volkes in den Sitzungen, nur bestätigen.