Erstellt am 25. Mai 2016, 07:24

von Karin Widhalm

„Haben das Geld nicht rausgeworfen“. Der Umbau des Musikerheims kostet mehr als gedacht. Der Gemeinderat stimmt geschlossen zu, mit 30.000 Euro auszuhelfen.

Das Musikerheim erstrahlt, der Umbau kostet aber mehr als gedacht. Karin Widhalm  |  NOEN, Karin Widhalm

Das Musikerheim wurde als akustisches Schmuckstück neu eröffnet – auf das Endergebnis sind die Trachtenkapelle und alle, die daran Anteil haben, stolz. Bürgermeister Manfred Nigl legte am vorigen Mittwoch dem Gemeinderat einen Nachtragsvoranschlag vor. Der Umbau kostet mehr als gedacht: 30.000 Euro fehlen dem Verein, der die Gemeinde um Hilfe gebeten hat.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 177.756 Euro, dazu kommt die Akustikplanung mit 7.200 Euro. „Danke an alle: Fast alle in diesem Raum haben mitgeholfen“, eröffnet Eduard Bayer seine Wortmeldung. Der Gemeinderat ist Obmann-Stellvertreter im Verein und Stabführer der Kapelle. „Wir haben wirklich nicht das Geld aus dem Fenster geworfen“, betont er. „Ihr wisst eh, wie das entstanden ist.“

Umbau: Kleinigkeiten summierten sich

Eine Erklärung folgt dennoch: Die Gesamtkosten seien schon im Vorfeld „gering angesetzt“ worden, dann seien „überall Kleinigkeiten“ hinzugekommen. Zum Beispiel: Mehr Pflaster wurden eingesetzt, eigene Musikersessel erstmals angekauft oder teurere, dafür qualitativ bessere Fliesen verwendet. Der Verein habe für bestimmte Tätigkeiten Professionisten kommen lassen – etwa, um Paneele zu montieren.

Die Eigenleistung sei trotzdem hoch. „Wir waren jeden Tag auf der Baustelle“, erzählt Bayer. 2.700 Stunden waren die Helfer im Einsatz. „Wenn man sich andere Musikerheime ansieht, dann kostet das doppelt, wenn nicht dreifach so viel“, argumentiert er.

Die Gemeinde soll 22.385 Euro plus die 7.200 Euro für den Akustikplaner übernehmen. 60.000 Euro wurden als Subvention schon gewährt, dazu kommt ein Zehn-Jahres-Darlehen von der Gemeinde an den Verein in der Höhe von 60.000 Euro. 35.000 Euro bringt der Verein selbst auf.

Gemeinderat entspannt

Der Gemeinderat steht den Mehrkosten entspannt gegenüber. „Das Gebäude ist auch aufgewertet worden, es gehört der Gemeinde“, unterstreicht Manfred Graf, geschäftsführende Gemeinderat. Bayer ergänzt, dass vor allem der Nachwuchs vom Umbau profitieren werde.

„Das ist für Generationen gemacht“, findet auch Gemeinderat Johannes Landsteiner. „Die Trachtenkapelle ist der wertvollste Verein, den wir in der Gemeinde haben.“ Vizebürgermeister Alois Binder: „Ich denke, wir sollten den vollen Betrag übernehmen.“ Das Geld solle nicht am Sparbuch liegen bleiben: „Wir haben einen gewissen Polster.“

Der Antrag wurde einstimmig angenommen. „Danke. Da werden sie uns ein Ständchen spielen!“, lächelt Nigl.